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Donnerstag, 02.09.2010

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» 4. GdP-Bundesfrauenkonferenz in Bayreuth / GdP-Frauen fordern Verbesserungen im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution

Gewerkschaft der Polizei - Bundesgeschäftsstelle (GdP)

(Verbandspresse, 21.03.2006 13:19)

(Bayreuth/Berlin) - Einstimmig haben sich die rund 200 Delegierten der 4. Bundesfrauenkonferenz der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayreuth in einem Leitantrag für Verbesserungen im Kampf gegen den Menschenhandel und die Zwangsprostitution ausgesprochen. Sandra Temmen, neue GdP-Bundesfrauenvorsitzende: „Menschenhandel ist ein gravierender Verstoß gegen die Menschenrechte. Seine Opfer, insbesondere Frauen, die zum Zweck sexueller Ausbeutung gehandelt werden, sind physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt.“ Der GdP-Vorsitzende Konrad Freiberg ergänzt: „In unserem Land wird ein riesiger Sklavenmarkt toleriert. Auf diesem Markt kaufen nicht nur Prominente, sondern auch Millionen so genannte normale Männer ihre Ware.“

Zu einer wirksameren Strafverfolgung müsse, so forderten die rund 200 Delegierten, die 2004 verabschiedete EU-Richtlinie zum Aufenthalt von Nicht-EU-Bürgern, die Opfer des organisierten Menschenhandels geworden sind, in nationales Recht umgesetzt werden. Op-fern, die mit den Sicherheitsbehörden zusammenarbeiten und wichtige Informationen über die Drahtzieher weitergeben würden, könnten dann Aufenthaltsgenehmigungen und Existenz sichernde Unterstützungen angeboten werden.

Weiterhin notwendig sei die Einführung der Kronzeugenregelung für Opferzeugen und ein finanziell abgesichertes, bundesweites Netz von Fachberatungsstellen. Häufig seien die durch brutale Gewalt und psychischen Druck zur Prostitution gezwungenen Frauen traumatisiert und brauchten psycho-soziale Betreuung.

Durch die Einrichtung von personell gut ausgestatteten Schwerpunktdezernaten in den Ländern und einer verstärkten Zusammenarbeit mit Bundeskriminalamt, Bundespolizei und dem Zoll soll überdies hinaus der Verfolgungsdruck auf die Täter weiter erhöht werden.

Trotz eines leichten Rückganges im Vergleich zum Vorjahr, sei 2004 mit 370 Ermittlungsverfahren der zweithöchste Stand seit 1998 zu verzeichnen. 972 Opfer waren betroffen, drei von vieren davon stammten aus Staaten Mittel- und Osteuropas. Die Tatverdächtigen seien in der Mehrheit Deutsche (rund 38 Prozent), fast so viele (rund 32 Prozent) kämen aus Mittel- und Osteuropa.

Die 4. GdP-Bundesfrauenkonferenz in Bayreuth endet am Dienstagmittag, 21. März.

Quelle/Kontaktadresse:
Gewerkschaft der Polizei - Bundesgeschäftsstelle (GdP)
Rüdiger Holecek, Pressesprecher
Stromstr. 4, 10555 Berlin
Telefon: (030) 3999210, Telefax: (030) 399921200

eMail:   gdp-pressestelle@gdp-online.de
Internet: http://www.gdp.de

(dvf, tr)

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