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Donnerstag, 02.09.2010

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» Verkauf von öffentlichem Kulturgut wird salonfähig

Deutscher Kulturrat

(Verbandspresse, 26.09.2006 13:17)

(Berlin) - Der Landesrechnungshof von Baden-Württemberg machte den Anfang, er empfahl in seiner Denkschrift 2006 den „maßvollen“ Abbau von Sammlungsgegenständen der Staatsgalerie Stuttgart. Die Stadt Krefeld zog nach. Hier wird erwogen, das kostbarste Gemälde des Kaiser-Wilhelm-Museums Claude Monets „House of Parliament“ zu verkaufen, um das Museum sanieren zu können. Das Land Baden-Württemberg ist nun der dritte Fall innerhalb weniger Wochen, in dem ernsthaft erwogen wird, Kulturgut zu verkaufen, um Finanzlöcher im Kulturetat zu stopfen. Das Land Baden-Württemberg benötigt 70 Mio. Euro um Ansprüche des Marktgrafen Baden zu befriedigen, die nicht aus dem Landeshaushalt finanzieren werden sollen. Der Betrag soll durch den Verkauf von bis zu 3.500 Handschriften aus der 4.200 Handschriften umfassenden Sammlung der Badischen Landesbibliothek Karlruhe aufgebracht werden.

Anlässlich der Feier zum 25jährigen Bestehen des Deutschen Kulturrates am 20.09.2006 in Berlin hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann, MdB eindringlich davor gewarnt, Kulturerbe zu verkaufen, das dann unter Umständen für immer für die Öffentlichkeit verloren ist.

Hans-Joachim Otto, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, machte heute deutlich, dass durch den Verkauf ein Damm brechen würde, der dann nicht mehr zu halten sei. Es möge zwar akzeptabel sein, durch einen Verkauf oder Tausch eines Exponates eine Sammlung zu optimieren. Wenn aber Kulturgüter verhökert werden, um öffentliche Haushalte zu sanieren, sei das der Kulturnation nicht würdig.

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, sagte: „Krefeld, Stuttgart und Karlsruhe belegen: Das Verkaufen von öffentlichem Kulturgut wird rasend schnell salonfähig. Dort die Stadt Krefeld, da der Landesrechnungshof Baden-Württemberg und hier das Land Baden-Württemberg überall wird das Verkaufen von öffentlichem Kulturbesitz als Königsweg bei der Bewältigung außergewöhnlicher Belastungen im Kulturhaushalt gesehen. Doch dieser vermeintliche Königsweg ist in Wirklichkeit eine Art Räumungsverkauf von öffentlichem Kulturbesitz. Dieser Raubbau muss jetzt gestoppt werden oder er hat erst ein Ende, wenn die Museen und Bibliotheken leer sind.“

Quelle/Kontaktadresse:
Deutscher Kulturrat
Olaf Zimmermann, Geschäftsführer
Chausseestr. 103, 10115 Berlin
Telefon: (030) 24728014, Telefax: (030) 24721245

eMail:   zfpost@aol.com
Internet: http://www.kulturrat.de

(dvf, sk)

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