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Mittwoch, 23.07.2008

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» Deutsches Bildungssystem erhält Note „schwach befriedigend“ - zepf stellt Ergebnisse des ersten Bildungsbarometers vor

(Landau) - Das erste Bildungsbarometer bestätigt die bekannten Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie.

Deutschland erhält lediglich ein „schwach befriedigend“ in Fragen der Bildung. „Die Schuld für die Bildungsmisere haben die Bildungspolitiker“, berichtete Prof. Dr. Reinhold S. Jäger von der Universität Koblenz-Landau.

Das Bildungsbarometer ist unter seiner Leitung vom Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) mit Unterstützung des Fernsehsenders 3sat entwickelt worden. „Wir brauchen dringend ein Hilfsmittel, um die bildungspolitische Debatte zu versachlichen“, betonte Jäger. Dafür sei das Bildungsbarometer ein nützliches Instrument. Alle reden über Bildung, „aber wie es wirklich im pisa-geschüttelten Deutschland aussieht, weiß niemand wirklich“, sagte Jäger. Das Bildungsbarometer werde diesen Zustand beenden, weil die Umfrage vierteljährlich ein vergleichbares Bild erstelle und neben der aktuellen Situation auch langfristige Trends aufzeige.

Denn die Nation bangt um ihr wichtigstes Gut: die Bildung. Der PISA-Test wird aller Voraussicht nach den Deutschen erneut Missstände beim Rohstoff Wissen bescheinigen. „Durchgefallen“, urteilen einige bereits. Das Bildungsbarometer bestätigt: Die Lage des Erziehungssystems ist alarmierend.

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (rund 74%) ist sogar zu einem Verzicht auf die Eigenheimzulage bereit, wenn die Mittel dafür direkt für die Verbesserung des Bildungssystems benutzt werden. Das Bildungsbarometer hat im November 1043 Frauen und Männer aus allen Bildungsschichten, Altersgruppen und Bundesländern online befragt.

Eine größere Praxisnähe der Bildung gehört zu den wichtigsten Forderungen der Befragten. Als dringend notwendiger Schritt wird auch eine Verbesserung der Ausbildung der Lehrer und Erzieher angesehen.
Insbesondere sollte auch die Bildung für Benachteiligte stärker unterstützt werden, heißt es in der Studie. Erstmals in Deutschland werden wissenschaftlich auf breiter Basis Aussagen der Bevölkerung gewonnen, wie über bildungspolitische Konflikte, beispielsweise eine Bildungssteuer, oder Reformvorschläge wie die Rechtschreibreform gedacht werde. So wird die aktuelle Situation mit der Erhebung von langfristigen Trends ein zutreffendes Bild des Bildungsbereichs ermitteln. (Quelle: Universität Koblenz Landau, 5. Dez. 2004)

Letzte Aktualisierung: Dienstag, 24. Januar 2006 17:49

                    

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