
Eine Gesamtstrategie setzt sich aus vielen Einzelstrategien zusammen. Und so waren es gleich sechs Referenten mit sechs höchst unterschiedlichen Themen, die den Strategietag prägten. Ein Novum beim Verbändekongress: Mit Brigadegeneral Stephan Kretschmer sprach erstmals ein Militär zu den zivilen Verbandsvertretern. Mögliche Parallelen zwischen der Führung von Soldaten und der von Verbänden fasste der Brigadegeneral militärisch knapp zusammen: „Die Führungscrew muss sich einig sein“ und „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Einen Berufsweg zwischen Verbänden, Politik und Unternehmen hat Jürgen Gnauck zurückgelegt. In seinem praxisnahen Erfahrungsbericht rief er den Zuhörern zu: „Eine qualifizierte Pressearbeit ist das einzige, womit man als Verband der Politik Angst machen kann.“ Für ihre Lobbyarbeit empfahl er den Verbänden den intensiven Arbeitskontakt zu Referenten in den Ministerien und mehr Augenmerk auf den Bundesrat zu legen.
Das abendliche Sommerfest der DGVM auf der Terrasse des Maritim-Hotels machte seinem Namen alle Ehre: Bis spät in die Nacht herrschten noch Temperaturen um die 30 Grad. Dazu gab es ebenso heiße Rhythmen der Band „ Casablanca Jam“. Die Kolleginnen und Kollegen entspannten in lockerer Atmosphäre bei Buffet, Bier und Wein. Präsident Dr. Hans-Joachim Mürau nahm das Mikrofon, um seinem Vorgänger Dr. Gerhard Hein noch einmal zu danken: „Sie haben 1996 das Zepter in die Hand genommen und die DGVM von 25 auf über 160 Mitglieder gebracht.“ Dr. Hein war um eine launige Antwort nicht verlegen: „Sie sollten es jetzt nicht zu gut machen, sonst sehe ich alt aus. Sie bekommen meinen Rat auch, wenn Sie nicht danach fragen.“ Alles in allem war es eine rundum gelungene Veranstaltung mit einer durchweg guten Bewertung durch die Teilnehmer, wie die Auswertung der Teilnehmerbefragung ergab. Im kommenden Jahr, dem WM-Jahr, findet der 10. Deutsche Verbändekongress voraussichtlich Ende September in Frankfurt statt. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. (Jochen Müller)