Wie Verbände in Berlin präsent sein können
Talk, don’t write: Persönliche Kontakte als Erfolgsfaktor der Lobbyarbeit von Verbänden
von Dr. Hubert Koch
Interessenvertretung ist die Legitimationsbasis eines Verbandes: Die Vertretung gemeinsamer Interessen gegenüber der Politik ist auch heute noch ein wichtiger Grund für Mitglieder, einem Verband anzugehören. Ursprünglich war die Interessenvertretung Hauptgrund zur Gründung der meisten Verbände. Diese Tatsache ist in den letzten Jahren, in denen in den Verbänden und in der DGVM viel über Dienstleistungen als Legitimationsgrund für Verbände diskutiert worden ist, etwas in den Hintergrund getreten. Gemeinsame politische Interessenvertretung ist jedoch ein USP von Verbänden, der sie einzigartig macht und kaum ersetzt werden kann. Bei Dienstleistungen stehen Verbände in der Regel jedoch im Wettbewerb zu kommerziellen Anbietern.
Auf der anderen Seite schätzt es auch die Politik, neben den immer häufiger werdenden Kontakten zu Unternehmensvertretern, mit Verbänden sprechen zu können. Trotz aller Kritik und Schelte in den Medien (Minister Steinbrück: „Lobbyisten an die Arbeitsfront“) sind sowohl die politische Leitung als auch die Beamten in den Ministerien am Dialog mit den Verbänden interessiert, häufig sogar darauf angewiesen. Gleiches gilt für die Abgeordneten im Deutschen Bundestag und in den Landtagen. Verbände werden geschätzt, denn sachliches Know-how ist für angemessene Entscheidungsvorbereitung und richtige...
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