Hirnforschung: Goethe und das Ehrenamt

verbaende.com, 19.09.2012 08:47
Was haben Hirnforschung, Goethe und ehrenamtliches Engagement gemeinsam: Sie stellen den Menschen in den Mittelpunkt. So fanden Forscher der Universität Zürich kürzlich heraus, dass die Neigung zu altruistischem Verhalten durch das Volumen und die Aktivität einer kleinen Hirnregion an der Grenze zwischen Scheitel- und Schläfenlappen beeinflusst wird.


Der Mensch, so forderte Johann Wolfgang von Goethe, sei „edel, hilfreich und gut“. Dieses altruistische Ideal wird zumeist als Voraussetzung für freiwilliges ehrenamtliches Engagement gesehen. Wer, wie der Jurist formuliert, durch die Ausübung des Ehrenamts ohne Anlass zur „Sicherung oder Besserung der wirtschaftlichen Existenz“ seine „innere Haltung gegenüber Belangen des Gemeinwohls und den Sorgen und Nöten anderer Menschen“ zum Ausdruck bringt, der handelt wohl edel, hilfreich und gut.

Neurowissenschaftliche Studien neueren Datums legen nahe, dass es möglicherweise Unterschiede in der Hirnstruktur sind, die die Divergenzen in Persönlichkeitsmerkmalen und Fähigkeiten bedingen. Ein Forscherteam der Universität Zürich untersuchte nun den Zusammenhang zwischen altruistischem Verhalten und der Hirnanatomie und -aktivität. Sie experimentierten mit einem Gewinn-Verteilungs-Spiel und stellten fest, dass „manche Teilnehmer fast nie bereit waren, auf eigenes Geld zugunsten anderer zu verzichten, andere hingegen verhielten sich ausgeprägt altruistisch“. Die Forscher beobachteten dabei, dass die Hirnregion zwischen Scheitel- und Schläfenlappen besonders dann stark aktiv waren, „wenn Menschen an die Grenzen ihrer Bereitschaft gelangen, altruistisch zu handeln“. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Aktivitäten in diesem Areal notwendig seien, um den „natürlichen Egozentrismus“ zu überwinden und emotional auf andere zuzugehen. Diese Fähigkeit, für andere mitfühlen zu können und Altruismus seien, so die Forscher, durchaus eng verbunden. Doch betonen sie auch, dass dieser neurowissenschaftliche Ansatz nur ein Puzzle-Steinchen ist, altruistisches Verhalten nur biologisch determiniert sei. (tr/cl)


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(Quelle: ghh consult GmbH, Wiesbaden; Tagungs-/Kongressmarkt 2012/2013)

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