Nachwuchs-Sorgen: In gemeinnützigen Organisationen fehlen aktive junge Menschen

verbaende.com, 08.08.2012 10:26
Vereine, Genossenschaften und Stiftungen in Deutschland haben Nachwuchsprobleme. Das ist das erschreckende, aber nicht ganz überraschende, Ergebnis einer aktuellen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), zu der über 3.100 Vereine, gGmbHs, Genossenschaften und Stiftungen – Organisationen des Dritten Sektors – in Deutschland beigetragen haben. In rund 60 Prozent der Vereine gibt es zu wenige Mitglieder und Engagierte zwischen 14 und 30 Jahren. 20 Prozent der Vereine haben überhaupt keine jungen Mitglieder. Vor allem in den ehrenamtlichen Leitungsfunktionen sind junge Menschen unterrepräsentiert.


Besonders ausgeprägt ist der Nachwuchs-Mangel in politisch ausgerichteten Vereinen. Dort sind kaum junge Aktive zu finden. Ähnlich demographisch schwierig sind Vereine aufgestellt, die in Großstädten agieren. Auch dort treten junge Leute weniger häufig als Mitglied oder in der ehrenamtlichen Leitung auf. Mareike Alscher von der Projektgruppe Zivilengagement am WZB geht davon aus: „Junge Menschen sind dann gar nicht in Vereinen präsent, wenn die zeitlichen und inhaltlichen Anforderungen, die mit dem Engagement verbunden sind, zunehmen. Im Bereich Kultur und Medien müssen 40 Prozent der Organisationen ganz ohne junge Menschen in Leitungspositionen auskommen.“

Die meisten der befragten Vereine haben die Gefahr jedoch erkannt und befürchten - zu recht -, dass sie ihre ehrenamtlichen Gremien zukünftig nicht mehr ganz so einfach werden besetzen können.

Doch es gibt eine Kehrseite dieser Medaille. Sportvereine und Vereine im ländlichen Umfeld sehen sich gar nicht schlecht aufgestellt. Im Gegenteil, so schreiben die Forscher: „40 Prozent der Vereine gelingt es durchaus, junge Leute als Mitglieder und Engagierte für sich zu gewinnen. Bei einem Drittel der Vereine besetzen sie überdurchschnittlich viele ehrenamtliche Leitungspositionen. Vor allem Vereine aus dem Bereich Sport zeichnen sich durch eine junge Altersstruktur unter den Mitgliedern und Engagierten aus. Auch im ländlichen Raum haben die Vereine weniger Nachwuchssorgen, weil die Vereinsarbeit weniger mit anderen Freizeitaktivitäten konkurriert.“

Die Studie wurde im Rahmen des Projekts „Jugendliche in zivilgesellschaftlichen Organisationen“ durch die Jacobs Foundation gefördert. Die Studie ist abrufbar unter: www.wzb.eu/org2011. (tr/aj)

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(Quelle: ghh consult GmbH, Wiesbaden; Tagungs-/Kongressmarkt 2012/2013)

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