Politisches Engagement ist bildungsabhängig

verbaende.com, 04.09.2012 11:47
Eine aktuelle Studie der Universität in Jena untersuchte, welcher Faktor maßgeblich auf politische Partizipation und Engagement wirkt. Dabei kam heraus, dass es der Bildungsweg, den die Jugendlichen einschlagen. "Politik und Politiker haben bei Jugendlichen derzeit nicht den besten Stand. Sie gelten als abgehoben und stehen im Ruf, zu wenig für die Jugend und ihre Interessen zu tun", weiß Dr. Katharina Eckstein von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.


"Zwar sehen auch heute viele Jugendliche politisches Engagement als wichtige Aufgabe eines guten Staatsbürgers an. Allerdings beteiligen sich immer weniger junge Menschen in den traditionellen Formen der Politik", ergänzt sie im Gespräch mit der Ostthüringer Zeitung OTZ vom 18. August.

Dass Parteien in ihrer Nachwuchs-Arbeit durchaus Verbesserungspotential haben, kann erkennen, wer sich Kommunal- oder Landtage genauer anschaut. Häufig ist der Altersdurchschnitt hoch und die Sprache wenig geeignet, Jugendliche zur Mitarbeit zu motivieren. Laut OTZ haben die Psychologin um Eckstein und die Kollegen Professor Peter Noack und Dr. Burkhard Gniewosz untersucht, was es ist, das Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren zu "guten Staatsbürgern" werden lässt: "Wir wollten herausfinden, welche Faktoren diese Entwicklungen beeinflussen", erklärt Eckstein gegenüber der OTZ. Erwartet hatten die Wissenschaftler, dass das politische Interesse und auch das Engagement mit dem Alter zunehme. Doch, gefehlt. "Wir haben festgestellt, dass der Anteil derjenigen, die Politik wichtig finden und sich politisch engagieren wollen, über die vier Jahre weitgehend konstant bleibt."

Unterscheiden die Psychologen hingegen die formale Schulbildung der Jugendlichen und fragten nach den besuchten Schulformen differenziert sich das Bild. "Während Gymnasiasten mit zunehmendem Alter eine positivere Einstellung zu politischem Engagement entwickeln und auch ihre Bereitschaft wächst, selbst politisch aktiv zu werden, sehen wir bei den Regelschülern diese Entwicklung nicht", gibt Professor Noack gegenüber der OTZ zu Protokoll. Das Team ist zwar weit davon entfernt, eine Zweiklassengesellschaft des politischen Engagements zu konstatieren, doch sieht mit Sorge, dass untere Bildungsschichten weniger Interesse an der praktischen Politikgestaltung haben. (tr/cl)

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(Quelle: ghh consult GmbH, Wiesbaden; Tagungs-/Kongressmarkt 2012/2013)

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