Studie bestätigt: Dritter Sektor orientiert sich am Markt

verbaende.com, 10.08.2012 11:30
Kürzlich hat eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), zu der über 3.100 Vereine, gemeinnützige GmbHs (gGmbHs), Genossenschaften und Stiftungen – Organisationen des Dritten Sektors – in Deutschland beigetragen haben, der Befürchtung vor allem ehrenamtlich getragener Organisationen Ausdruck verliehen: „Wettbewerb und die Ausrichtung auf marktkonforme Dienstleistungen bestimmen zunehmend ihr Handeln. Vor allem für Vereine und gGmbHs fällt der Staat als verlässlicher Finanzierungspartner aus“.
Das ist keine ganz neue Erkenntnis, doch – vor allem in Verbindung mit dem Nachwuchs-Mangel im Ehrenamt und unter den Mitgliedern – ist nun klar, dass sie nur Verbände und vergleichbare Organisationen betrifft. Die Forscher vom WZB stellen Zahlenmaterial zur Verfügung und werten die öffentlichen Zuwendungen besonders an Vereine und gGmbHs aus. „Die öffentlichen Zuwendungen sind seit 2005 bei 39 Prozent der Vereine zurückgegangen, auch die gGmbHs müssen mit weniger staatlichen Zuschüssen auskommen. Drei von vier gGmbHs bestätigen, dass sie heute stärker im Wettbewerb stehen und Dienstleistungen ihre wichtigste Einnahmequelle sind. Für die Vereine heißt steigender Konkurrenzdruck neben dem Wettbewerb um Einnahmen auch das Werben um Ehrenamtliche und Mitglieder. Während sich auch Genossenschaften stärker dem Wettbewerb stellen müssen, gilt das für Stiftungen durch ihren festen Kapitalstock weniger. Konkurrenz setzt vor allem Organisationen im Gesundheitswesen (72 %), in der Bildung, Erziehung und Kinderbetreuung (62 %) und in den Sozialen Diensten (60 %) zu“, geben die Forscher zu bedenken.

Veränderungen können auch eine Chance bieten, so dass sich auch bei ehrenamtlich geprägten Organisationen die Tätigkeitsspektren anpassen und die Arbeit professioneller wird. Das sehen die Forscher jedoch kritischer. „Letztlich wird damit nicht nur die eigene Existenzberechtigung der Organisationen infrage gestellt, sondern auch der Stellenwert und die Funktion des Dritten Sektors für die Gesellschaft“, heißt es in der Studie. (tr/aj)


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(Quelle: ghh consult GmbH, Wiesbaden; Tagungs-/Kongressmarkt 2012/2013)

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