Pressemitteilung | AOK - Bundesverband

AOK-Laufstudie: Deutschlands Jogger neigen dazu, sich zu überfordern

(Berlin) - Deutschlands Freizeitläufer neigen dazu, sich zu überfordern. Fast die Hälfte aller Männer und Frauen fordert beim Joggen ihren Körper so stark, dass das Laufen nicht mehr unbedingt ihrer Gesundheit nutzt. Vor allem Anfänger übertreiben es beim Training allzu häufig. Das sind Ergebnisse einer breit angelegten Studie der AOK, die am 28. Oktober in Berlin vorgestellt wurden.

Für die AOK-Laufstudie haben Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln 320 Freizeitläuferinnen und -läufer in Bonn, Berlin und Dresden im Alter zwischen elf und 85 Jahren beim Training begleitet. Erstmals wurden dabei nicht nur medizinische Daten (Laktatwert im Blut) analysiert, sondern begleitend individuelle Trainingskonzepte, Laufmotivation und Körperwahrnehmung untersucht. An Motivation zum Laufen lassen es die Deutschen danach nicht fehlen. Körperliche Fitness, Freude an der Bewegung, besseres Wohlbefinden oder Stressabbau sind laut AOK-Studie wesentliche Motive für Freizeitjogger.

Bei der gesunden Umsetzung hapert es jedoch zu oft. Ein alarmierender Beleg dafür: „Die Körperwahrnehmung beim Laufen ist bei den Läuferinnen und Läufern insgesamtschwach ausgeprägt“, sagte Prof. Henning Allmer, Leiter des Instituts für Sportpsychologie der Kölner Sporthochschule in Berlin. Wer jedoch Warnsignale des Körpers, wie zum Beispiel Seitenstechen, Pulsrasen oder beginnende Muskelkrämpfe, nicht wahrnehme oder sogar ignoriere, passe sein Laufverhalten seltener an und gefährde letztlich seine Gesundheit. Insgesamt setzt die große Mehrheit der Freizeitläufer theoretisch auf ein vernünftiges Training mit Abwechslung zwischen hoher und niedriger Belastung, wozu auch Pausen gehören. In der Praxis weichen viele Läufer jedoch davon ab.

Unter denen, die im Training ihren Körper übermäßig fordern, überwiegen laut AOK-Studie Männer, Anfänger und Einzelläufer. Wer in einer Gruppe läuft, ist laut AOK-Studie eher bereit, sein Laufverhalten bei Problemen anzupassen. Prof. Hans Georg Predel, Leiter des Instituts für Sportmedizin und Kreislaufforschung an der Sporthochschule Köln, sieht sich durch die Ergebnisse der AOKStudie in einer grundsätzlichen Einschätzung bestätigt: „In der Vergangenheit haben sich allgemein sportmedizinische Appelle wie `Treibt mehr Sport!´ als ineffektiv herausgestellt.

Innovative präventiv-medizinische Bewegungskonzepte müssen die Befindlichkeiten und Wünsche des Einzelnen stärker ins Blickfeld rücken. Die Anwendung, so Predel, könne man unter sporttherapeutischen Aspekten wie eine Pharmakotherapie betrachten: „Das Bewegungskonzept muss individuelle Gegebenheiten, Einschränkungen, Erfahrungen und Vorlieben berücksichtigen. Nur dann kann das Medikament Sport seine therapeutische Wirkung entfalten.“

Die AOK fühlt sich durch die Ergebnisse der Studie darin bestätigt, ihren Versicherten möglichst individuelle Gesundheitsprogramme anzubieten. Dr. Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes: „Wir haben bereits ein breites Angebot, das es den Teilnehmern ermöglicht, ihr persönliches Trainingsprofil zu erstellen. Wer will, wird beim Training kontinuierlich betreut.“ Speziell für Jogger gibt es das Internet-Programm „Laufend in Form“. Daran beteiligen sich mittlerweile mehr als 14.000 Läuferinnen und Läufer. Ahrens: „Dank der Ergebnisse der AOK-Laufstudie können wir unseren laufinteressierten Versicherten bald auch eine individuelle Lauftyp-Analyse anbieten.“

Auch für Radfahrer, Schwimmer, Inline-Skater und andere Sportarten gibt es entsprechende Gesundheitsprogramme der AOK. Hinzu kommt ein breites Spektrum an regionalen Bewegungsangeboten und individueller Bewegungsberatung. Sie sollen den Menschen helfen, Trainingsfehler und Überforderung zu vermeiden. Zu diesem Angebot zählen zum Beispiel die Herz-Kreislauf-Angebote der AOKs vor Ort mit Jogging, Walking, Nordic Walking, Inline-Skating oder Aqua-Jogging.

Quelle und Kontaktadresse:
AOK - Bundesverband Kortrijker Str. 1, 53177 Bonn Telefon: 0228/8430, Telefax: 0228/843502

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