Pressemitteilung

BBU kritisiert Altmaiers Kohlekraftwerkspolitik / Gratulation für erfolgreiche Bürgerinitiative in Brunsbüttel

(Bonn/Brunsbüttel/Borkum/Eemshaven) - Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hat die jüngste Forderung von Bundesumweltminister Altmaier nach neuen Kohlekraftwerken zur Sicherung der Stromversorgung scharf kritisiert. Gleichzeitig bedankt sich der BBU bei der Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe / Brunsbüttel für den erfolgreichen Widerstand gegen ein neues Kohlekraftwerk in Brunsbüttel. Kürzlich hat eine außerordentliche Gesellschafterversammlung der SüdWestStrom Kraftwerk GmbH & Co. KG (SWS) das Aus für ihr Kohlekraftwerksprojekt in Brunsbüttel beschlossen. Hierfür wurden verschiedene Gründe genannt. So hieß es am 19. Juli in einer Pressemitteilung der SWS u. a., "die aktuell mangelnde Wirtschaftlichkeit und die Ablehnung des Projektes durch die neue Landesregierung von Schleswig-Holstein haben zu dem Beschluss geführt." Für den BBU steht hingegen fest: Der Widerstand der Bürgerinitiative Gesundheit und Klimaschutz Unterelbe / Brunsbüttel hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Projekt politisch nicht mehr durchsetzbar war. Der BBU begrüßt die Aufgabe der SWS-Pläne für ein Kohlekraftwerk in Brunsbüttel und gratuliert der Bürgerinitiative vor Ort, die im BBU organisiert ist.

Für den BBU ist es völlig unverständlich, dass Bundesumweltminister Altmaier weiterhin auf den Bau von Kohlekraftwerken setzen will, obwohl jetzt selbst Betreiber wie die SWS zugeben, dass derartige Neuanlagen nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Hinzu kommt, dass auch der Betrieb neuer Kohlekraftwerke mit Umweltbelastungen verbunden ist und sich überall Widerstand gegen neue Kohlekraftwerke regt. Der BBU betont, dass der Bundesumweltminister Umweltaspekte und den Protest der Bevölkerung nicht ignorieren darf.

Grenzüberschreitender Widerstand

Aktuell unterstützt der BBU auch grenzüberschreitend den Widerstand gegen ein neues Kohlekraftwerk im niederländischen Eemshaven. Bis zum 31. Juli können Einsprüche dagegen eingereicht werden. Hintergrundinformationen findet man dazu im Internet unter www.besorgte-borkumer-buerger.de. Informationen über die Arbeit der erfolgreichen Bürgerinitiative in Brunsbüttel findet man unter www.bi-unterelbe.de.

Zur Forcierung der Energiewende ohne neue Kohlekraftwerke spricht sich der BBU für den zügigen Ausbau alternativer, umweltschonender Energiequellen, für umfangreiche Energiesparmaßnahmen und für eine sozialverträgliche Strompreispolitik aus. Der BBU setzt sich dabei für eine Energiepolitik ein, die auf die Errichtung von neuen Stromtrassen bestmöglich verzichtet, die keine neuen Kohlekraftwerke vorsieht und die auf dezentrale Energieversorgungsstrukturen setzt. Bei seinem Engagement für die Energiewende setzt sich der BBU auch maßgeblich für die Möglichkeiten von "Power to Gas" ein. Dabei geht es um die Umwandlung von Strom aus erneuerbaren Energien in Wasserstoff und um dessen Speicherung und Verteilung im Erdgasnetz. Der BBU kritisiert, dass die Möglichkeiten dieser Art von "Power to Gas" völlig unterschätzt werden. Der BBU fordert die Realisierung von Demonstrationsanlagen der 5 MW-Leistungsklasse und die Erleichterung der Einspeisekonditionen des Wasserstoffs ins Erdgasnetz.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V. (BBU)
Pressestelle
Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 214032, Telefax: (0228) 214033
E-Mail: BBU-Bonn@t-online.de
Internet: http://www.bbu-online.de
(dvf, rf)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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