Pressemitteilung

BDEW zur aktuellen Entwicklung der Stromerzeugung: Weiter starker Anstieg bei der Solarstromerzeugung / Solaranlagen erzeugten im Mai vier Milliarden Kilowattstunden Strom / Müller: Förderkürzung sollte beschlossen werden - Nachbesserungen notwendig

(Berlin) - Der Mai war nach neuesten Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ein Rekordmonat für die Photovoltaik: mit Hilfe der Sonne wurden erstmalig etwas mehr als vier Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom erzeugt. Dies entspricht etwa zehn Prozent des monatlichen Stromverbrauchs in Deutschland und einem Plus von etwa 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bislang lag der Höchstwert bei 2,6 Mrd. kWh im Mai 2011, so der BDEW. In der Zeit zwischen Januar und Mai wurden bislang insgesamt 10,5 Mrd. kWh Solarstrom erzeugt (2011: 7,6 Mrd. kWh). Die deutschen Windkraftanlagen produzierten im Mai 2,9 Mrd. kWh Strom. Zwischen Januar und Mai erzeugten sie mit 22,0 Mrd. kWh Strom das Doppelte der Solarstrommenge (2011: 18,4 Mrd. kWh).

Der starke Anstieg der Photovoltaik-Einspeisung in diesem Jahr ist auf den weiteren Ausbau der Solaranlagen und die günstigen Sonnenverhältnisse zurückzuführen, so der BDEW. Aus dieser Entwicklung ergeben sich nach Berechnungen des Branchenverbandes Mehrkosten. Sie belaufen sich bis jetzt auf 460 Millionen Euro mehr als im Zuge der Berechnung der EEG-Umlage 2012 geplant war. Es bleibe abzuwarten, wie sich das EEG-Konto im Laufe des Jahres weiter entwickeln werde.

Die Energiewirtschaft unterstützt grundsätzlich den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und investiert dafür jährlich Milliardenbeträge. "Allerdings zeigt die bisherige Entwicklung der Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen und die weiter steigende, gesetzlich garantierte Vergütung aktuell, dass das ungebremste Wachstum weitergeht. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Kosten werden nicht ausreichend gesteuert. Die Prioritäten stimmen nicht mehr: während im Netzbereich die Kosten auf den Cent genau reguliert und Investitionen nicht ausreichend gefördert werden, türmt sich mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eine enorme Belastung für die Verbraucher auf", erläuterte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

"Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, dass eine Kürzung der Solarförderung beschlossen wird", sagte Müller vor dem Hintergrund der anstehenden Gespräche zwischen der Bundesregierung und den Bundesländern. Der Vermittlungsausschuss will sich am 13. Juni unter anderem mit der Kürzung der Solarstromförderung befassen. Allerdings gebe es neben der geplanten Förderkürzung in dem vorliegenden Entwurf zum EEG-Änderungsgesetz weiteren, erheblichen Verbesserungsbedarf.

Falsch sei zum Beispiel der im Gesetzentwurf gewählte Weg zur Marktintegration des Stroms aus solarer Strahlungsenergie. "Aus Sicht des BDEW wird dieses grundsätzlich wichtige Ziel mit dem so genannten Photovoltaik-Marktintegrationsmodell in seiner vorliegenden Ausgestaltung nicht erreicht", so Müller. Hinzu würden unerwünschte Nebeneffekte wie zum Beispiel eine Umverteilung der Kosten der Energiewende kommen. Müller: "Es entstehen kostenrelevante Risiken für Netzbetreiber und Stromvertriebe sowie ein erheblicher Abwicklungsaufwand bei der Umsetzung dieses Modells. In Summe ist mit einer unnötigen und enormen Steigerung des Bürokratieaufwands zu rechnen, der entsprechende Kosten nach sich zieht und vom BDEW abgelehnt wird."

Quelle und Kontaktadresse:
BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., Hauptgeschäftsstelle
Pressestelle
Reinhardtstr. 32, 10117 Berlin
Telefon: (030) 300199-0, Telefax: (030) 300199-3900
E-Mail: presse@bdew.de
Internet: http://www.bdew.de
(dvf, cl)


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