Pressemitteilung

BDK kritisiert falschen Ansatz im 'Focus'-Schwerpunkt: / "Kieferorthopädie ist Funktion und Prävention"

(Berlin) - Missverständlich bis falsch ist der Eindruck, den die aktuelle Ausgabe des "Focus" in einem Schwerpunkt über die Kieferorthopädie vermittelt - darauf weist der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) in seiner Antwort auf den am Montag, 23. Juli veröffentlichten Beitrag hin. Es könne auf keinen Fall unreflektiert stehenbleiben, dass Kieferorthopädie vor allem Ästhetik- und Wellness-Wünsche der Patienten bediene. "Wir sind im Gegenteil ausgesprochen glücklich darüber", sagt die Bundesvorsitzende des Fachzahnärzteverbandes BDK, Dr. Gundi Mindermann (Bremervörde), "dass die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Kieferorthopädie und ihre eindrucksvolle Vielfalt an technischen Möglichkeiten heute nicht mehr nur in der medizinischen Kinderbehandlung, sondern als Therapie-Partner auch in der Erwachsenenbehandlung, in der Allgemeinmedizin und auch in Bereichen wie Logopädie und Physiotherapie eine immer größere Rolle spielt. Unter Nutzung der biologischen Strukturen im Mund- und Kopfbereich kann in einigen Fällen sogar eine invasive chirurgische Maßnahme verhindert werden. Häufig ist mittlerweile eine präprothetische kieferorthopädische Behandlung als Grundstein einer optimalen prothetischen Versorgung unserer Patienten."

Es sei nicht zuletzt 'Ansichts-Sache', wie man die Behandlung eines Kindes mit Überbiss betrachte. Dr. Mindermann: "Die Eltern kommen nicht selten, weil das Kind auffällig aussieht und man Hänseleien vermeiden möchte. Sie wünschen sich also Ästhetik. Wir Fachzahnärzte für Kieferorthopädie dagegen sehen einen falsch gewachsenen Kieferknochen bzw. eine in ihrer Funktion gestörte Zahnreihe und wissen, dass sich solch eine Störung nicht auswächst, wie viele Eltern hoffen, sondern zu bleibenden Fehlfunktionen führt. Auch das Risiko, bei einem Unfall die vorstehenden Zähne massiv zu beschädigen, ist bei Überbiss deutlich erhöht." Der BDK rate Eltern zu einem möglichst frühzeitigen Besuch in einer kieferorthopädischen Fachpraxis, hier kann abgeschätzt werden, ob etwas getan werden muss, wann der richtige Zeitpunkt und welches das individuell richtige Verfahren zur Korrektur der Fehlentwicklung ist.

Die im Focus-Beitrag kritisierte Methodenvielfalt sei im Gegenteil ein großes Plus der modernen Kieferorthopädie: Die zitierte Einzelmeinung von Zahnärzten, herausnehmbare 'Spangen' beispielsweise seien als Verfahren überholt, sei sowohl von der kieferorthopädischen Wissenschaft als auch von der Praxis widerlegt: "Es gibt Situationen, da erweist sich die 'herausnehmbare Spange' als der mit Abstand bessere Weg - und zwar für die jeweiligen Patienten", sagt Dr. Mindermann. Sehr erfreulich sei auch die heute mögliche Auswahl hinsichtlich der ästhetischen Ansprüche der Patienten: Von 'Kassenleistung' über 'aufwändig' bis 'weitgehend unsichtbar' reiche die Bandbreite und decke insofern bei gleicher funktionaler Therapieleistung verschiedene optische Ansprüche ab.

Leicht widerlegt werden könne auch die von zitierten Zahnärzten erhobene Kritik, die Erfolge des Verfahrens seien letztlich unbelegt. Hierbei bezieht man sich offenbar auf eine Position des Deutschen Institutes für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aus dem Jahr 2008, das weitere Studien zur Nachhaltigkeit der Kieferorthopädie - allerdings auch anderer Verfahren im Bereich der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde - einforderte. Bereits damals wurde seitens des BDK entgegnet, dass Studien immer wünschenswert und hilfreich seien, die Entscheidung über eine kieferorthopädische Behandlung allerdings 'die Praxis' treffe, auf der Grundlage der Wissenschaft und auch des Leidensdrucks des Patienten. Dr. Mindermann: "Eine kieferorthopädische Therapie beginnt erst dann, wenn es eine fachlich begründete Indikation gibt und der Patient ausdrücklich eine Behandlung wünscht." Die moderne Kieferorthopädie leiste einen großen Beitrag zur nachhaltigen Gesunderhaltung von Zähnen und oralen Strukturen im Mund: "Dass wir diese große Leistung heute auch, wenn gewünscht, ästhetisch anspruchsvoll erbringen können, ist ein großer Fortschritt für die Patienten aller Altersklassen."

BU-Vorschlag: Dr. Gundi Mindermann, BDK-Bundesvorsitzende, kritisiert den auf Ästhetik und Wellness reduzierten Beitrag im Wochenmagazin Focus: "Moderne Kieferorthopädie ist medizinische Prävention und funktionsorientierte Therapie mit einer erfreulichen Vielfalt an Verfahren"

Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK)
Pressestelle
Ackerstr. 3, 10115 Berlin
Telefon: (030) 27594843, Telefax: (030) 156591
E-Mail: info@bdk-online.org
Internet: http://www.bdk-online.org
(dvf, rf)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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