Pressemitteilung

DVGW zur Eröffnung der gat 2012 "Energiewende aktiv gestalten" / Gas ist die Schlüsseltechnologie der "Green Economy"

(Dresden/Berlin) - "Wir stehen heute an der Schwelle zu einem neuen Energie- und Wirtschaftszeitalter. Die Wirtschaft der Zukunft wird weitaus intelligenter und effizienter mit Rohstoffen und Ressourcen umgehen als in der Vergangenheit. Die im letzten Jahr vollzogene Energiewende ist dabei ein wichtiger Meilenstein. Wer eine schnelle Integration der erneuerbaren Energien in das Energiesystem will, kommt an Gas nicht vorbei. Gas ist nicht nur der technologische Schrittmacher der Energiewende. Gas ist die Schlüsseltechnologie einer nachhaltigen und ökologischen Wirtschaftsweise, einer zukünftigen 'Green Economy'".

Dies erklärte der Präsident des DVGW Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches, Prof. Dr.-Ing. Matthias Krause, auf dem Pressegespräch zur Eröffnung der 51. Gasfachlichen Aussprachetagung (gat) in Dresden. Die Energiewende sei gut ein Jahr nach den Ereignissen in Fukushima in der Wirklichkeit angekommen. Nachdem umfangreiche Gesetzespakte beschlossen worden seien, komme es nun darauf an, den Umbau der Energieversorgung zügig und koordiniert voranzutreiben, so Krause. Mit der im Jahr 2009 gestarteten Innovationsoffensive Gastechnologie habe der DVGW belastbare Konzepte im Bereich der Speicher- und Anwendungstechnologie vorgelegt. Diese gelte es nun in Demonstrationsanlagen auf ihre Praxistauglichkeit hin zu überprüfen. Zudem müssten sämtliche technologischen Innovationen zum Umbau der Energieversorgung sicher, nachhaltig und bezahlbar sein, betonte der DVGW-Präsident.

Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, brauche Deutschland eine Balance zwischen erneuerbarer und fossiler Energie, zwischen dezentralen Anlagen und großen Kraftwerken. "Mit dem Umbau des Energiesystems gehen wir an das Herz-Kreislaufsystem der deutschen Volkswirtschaft. Die Energiewende ist gleichsam eine Operation am offenen Herzen. Dabei sind die Speicher die Herzkammern und die Stromnetzte die Schlagadern der Energieversorgung in Deutschland", betonte Krause.

Die Nutzung der Gas-Infrastruktur als Energiespeicher sei für den Erfolg der Energiewende von entscheidender Bedeutung. Nämlich dann, wenn es darum gehe, perspektivisch immer mehr überschüssige Energie aus Windkraft oder Photovoltaik langfristig zu speichern. Ein Kernthema dabei sei die Erzeugung, Speicherung und Einspeisung von Wasserstoff und Methan aus regenerativem Strom in das vorhandene Gasnetz: "Power to Gas". "Das Erdgasnetz und die Untertagespeicher bieten ausreichend Kapazitäten, um die beiden erneuerbaren Energieträger Wasserstoff und synthetisches Methan nach Bedarf zu speichern. Auch große Industrieunternehmen haben das riesige Potential dieser Speichertechnologie erkannt und investieren in Demonstrationsanlagen", so der DVGW-Präsident.

Der zweite Technologiepfad der DVGW-Innovationsoffensive, die Weiterentwicklung hocheffizienter KWK-Technologien, gewänne im Zusammenspiel mit der Gebäudedämmung eine zentrale wirtschaftliche wie politische Bedeutung. Denn die effiziente und umweltschonende Nutzung von Energie sei ein Grundpfeiler der Energiewende. Aktuelle DVGW-Studien zeigten, dass die optimale Kombination innovativer Technologien der gasbetriebenen, dezentralen KWK mit moderater Gebäudedämmung Spitzenwerte bei der Energieeffizienz erzielten, so Krause weiter. "Durch den Einsatz hocheffizienter KWK kann bis zu 20 Zentimeter Dämmstärke eingespart und trotzdem die gleiche Primärenergieeinsparung erreicht werden. Denn der größte Kostenblock der energetischen Gebäudesanierung wird die weitreichende Dämmung des Immobilienbestandes sein. Bei 60.000 Euro durchschnittlichen Dämmkosten pro Haus und rund 17 Millionen Gebäuden in Deutschland sind das über 1 Billion Euro. Warum dämmen wir und nutzen nicht gleichzeitig die Wärme aus der Stromproduktion?"

Krause machte deutlich, dass sich der DVGW als unabhängiger technisch-wissenschaftlicher Think Tank und technologischer Innovationsmotor der Energiewende weiterentwickeln wolle. Die innovationsgetriebene DVGW-Forschungsagenda sei ambitioniert, aber nicht zuletzt durch den Wissenstransfer der vielen ehrenamtlich tätigen Experten und die enge Verzahnung mit führenden Forschungsinstituten durchaus realisierbar.

"In den Power to Gas-Demonstrationsanlagen arbeiten unsere Institute mit, beim Thema Smart Grids lösen wir uns von der ausschließlichen Betrachtung auf die Gasnetze hin zu einer konvergenten Strom-Gas-Betrachtung. In der Anwendungstechnik verlagert sich der Schwerpunkt zur Kraft-Wärme-Kopplung mit optimierter Nutzung der Abwärme. Beim Netzmanagement wird es eine engere Verzahnung mit der Stromseite geben. Und beim Anteil der Wasserstoffzumischung ins Erdgasnetz werden wir in unserem technischen Regelwerk Anpassungen vornehmen", so Krause abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)
Pressestelle
Robert-Koch-Platz 4, 10115 Berlin
Telefon: (030) 2408309-0, Telefax: (030) 2408309-9
E-Mail: presse@dvgw.de
Internet: http://www.dvgw.de
(dvf, cl)


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