Pressemitteilung

Die Herausforderungen im Spezialschiffbau meistern

(Hamburg) - Die Rahmenbedingungen für Schiffbau und Meerestechnik waren auch im vergangenen Jahr äußerst schwierig. Der Einbruch der Nachfrage, schwierige Finanzierungsbedingungen sowie niedrige Neubaupreise bildeten ein extrem problematisches Umfeld und erforderten weitere strukturelle Anpassungen. Die Ablieferungen der Seeschiffswerften im Handelsschiffsneubau lagen 2011 deutlich unter den Ergebnissen der Vorjahre und ließen die Gesamtumsätze der Werften deutlich niedriger ausfallen. Auch die Zulieferindustrie wurde mit einer zeitlichen Verzögerung zum Ende des Jahres von niedrigeren Bestellungen betroffen.

Dennoch wurden 2011 einige interessante Neubauaufträge akquiriert, die die erfolgreiche Ausrichtung der Werften auf den Spezialschiffbau eindrucksvoll bestätigten.

Schiffbau und Meerestechnik in Deutschland sind - trotz bestehender Probleme - im europäischen Vergleich gut aufgestellt und bilden die Basis einer maritimen Wachstumsstrategie, die für die Bewältigung maritimer Ziele von der grünen Schifffahrt bis hin zur regenerativen Energieversorgung, insbesondere im Bereich der Offshore-Windenergie, unverzichtbar ist. Sie muss sich allerdings zahlreichen Herausforderungen stellen.

Hier sind zunächst erschwerte Finanzierungsmöglichkeiten zu nennen. Die gestiegenen Eigenkapitalanforderungen und die geringere Risikobereitschaft der Banken führen bei der Schiffsfinanzierung zu erheblichen Problemen. Unverzichtbar sind daher funktionierende Finanzierungsinstrumente. Beispielsweise eine notwendige Anpassung und Erweiterung der Exportkreditversicherung und der Landesbürgschaften.

Als weitere Herausforderung sind die gesetzlichen Anforderungen für Schiffssicherheit, Meeresumwelt- und Klimaschutz anzusehen. Bei der Implementierung neuer Umweltstandards sollten wirtschaftliche Anreizsysteme und direkte praxisgerechte Fördermaßnahmen bereitgestellt werden.

"Mit Spezialschiffen, Offshore-Plattformen und -Strukturen sowie der Entwicklung sauberer und energieeffizienter Technologien ist der Strukturwandel in der deutschen Schiffbauindustrie auf dem richtigen Kurs", so der Vorsitzer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM), Werner LÜKEN, auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz. "Die aktuellen Schlagworte "Green Shipping" und "Blue Growth" stehen für reale Wachstumsperspektiven, wenn diese branchen-, ressort- und länderübergreifend mit konkreten Maßnahmen angepackt werden."

Dafür sind aber Verbesserungen der Rahmenbedingungen unerlässlich, um sich im verschärften Wettbewerb, der durch die aggressive Akquisitionspolitik besonders in Korea und China ausgelöst wird, behaupten zu können. Der ungezügelte Ausbau von Neubaukapazitäten beider Länder geht weit über den mittel- und langfristigen Neubaubedarf der Schifffahrt hinaus und hat zur Folge, dass die asiatische Konkurrenz auch in die Nischenmärkte des Spezialschiffbaus einzudringen versucht.

Zudem wurden z.B. in Asien wesentlich stärker als in Europa umfangreiche Förderprogramme aufgelegt, die zum weiteren Preisverfall beitrugen.
"Dagegen brauchen wir eine offensive industriepolitische Strategie, branchengerechte Rahmenbedingungen und insbesondere den guten Willen und die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten in Deutschland und der EU!" forderte LÜKEN.

Ohne tatkräftige politische Unterstützung wird die Existenz der gesamten maritimen Wirtschaft aufs Spiel gesetzt. Die politischen Entscheider in Berlin und Brüssel müssen ihren Bekenntnissen zur hohen strategischen Bedeutung der Schiffbauindustrie endlich Taten folgen lassen, damit erforderliche Anschlussaufträge akquiriert und mögliche Firmenzusammenbrüche vermieden werden können.

Sollten die deutschen Werften aus dem Markt gedrängt werden, wären auch große Teile der Zulieferindustrie gefährdet. Ein Verlust der maritimen Kompetenz in Deutschland und Europa würde aber schnell zu einer gefährlichen Abhängigkeit von asiatischen Schifffahrts- und Schiffbauländern führen, die langfristig die wirtschaftliche Unabhängigkeit Deutschlands bedrohen würde.

Diese großen Herausforderungen erfordern zunehmend ein gemeinschaftliches Vorgehen. Die Fortsetzung des "LeaderSHIP Deutschland"-Prozesses und die Umsetzung der Handlungsempfehlungen der 7. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) sind dafür eine wichtige Basis.

"Die Neuausrichtung auf die Hightech- und Wachstumsmärkte im Spezialschiffbau und den Offshore-Bereich ist richtig, alternativlos und letztlich erfolgreich. Wir wissen aber, dass der neue Kurs schwierig ist und sichere Fahrwasser noch nicht erreicht wurden, " betonte Werner LÜKEN.

"Angesichts der Niederlegung meiner Ämter bei der Lloyd Werft - und man wird ja auch langsam älter - habe ich beschlossen, mein Amt in jüngere Hände zu übergeben. Der Vorsitz des Verbandes wird daher mit dem heutigen Tag an Herrn Harald FASSMER, Geschäftsführer der Fr. Fassmer GmbH & Co. KG übergehen, " kündigte Werner LÜKEN an.

Auch die Hauptgeschäftsführung des Verbandes wird zu Beginn des nächsten Jahres in neue Hände gelegt. Herr LUNDT wird Anfang nächsten Jahres in den Ruhestand treten. Zu seinem Nachfolger hat der Vorstand des VSM Herrn Dr. Reinhard LÜKEN bestellt, der seine derzeitige Position als General Secretary des Europäischen Dachverbandes der Schiffbauindustrie CESA zum Ende des Jahres aufgeben wird.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM)
Kathrin Ehlert-Larsen, Öffentlichkeitsarbeit
Steinhöft 11, 20459 Hamburg
Telefon: (040) 280152-0, Telefax: (040) 280152-30
E-Mail: ehlert-larsen@vsm.de
Internet: http://www.vsm.de
(dvf)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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