Pressemitteilung | Deutsches Aktieninstitut e.V. (DAI)

EU-Transparenz für Handel mit eigenen Aktien – aber mit Augenmaß

(Frankfurt am Main) - Der Ausschuss der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörden (CESR) hat der Europäischen Kommission Vorschläge zur Umsetzung der im Dezember 2002 verabschiedeten Marktmissbrauchsrichtlinie unterbreitet. Dabei sollen auch die Meldepflichten für Transaktionen von Führungskräften mit Wertpapieren der eigenen Gesellschaft (Directors´Dealings) europaweit harmonisiert werden.

In Deutschland sind Vorstände und Aufsichtsräte seit Mitte vergangenen Jahres nach dem Wertpapierhandelsgesetz und dem Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet, ihre Geschäfte offen zu legen. Die Umsetzung der CESR-Empfehlungen könnten aber jetzt zu einem erheblichem Anpassungsbedarf bei diesen Bestimmungen führen:

So sollen entgegen der nationalen Regelung nicht mehr nur Vorstände und Aufsichtsräte, sondern auch Leitende Angestellte meldepflichtig werden. Zudem würde auch die deutsche Bagatellgrenze für Transaktionen unter 25.000 Euro innerhalb von 30 Kalendertagen fallen. Weiterhin ist eine Veröffentlichungspflicht nicht für jegliche Verwandte ersten Grades vorgesehen, sondern nur für solche, die im gleichen Haushalt leben.

"Die Fokussierung auf die in direkter Gemeinschaft mit dem Organmitglied lebenden Personen ist sinnvoll", erklärte Prof. Dr. Rüdiger von Rosen, Leiter des Deutschen Aktieninstituts (DAI), "und entspricht einer von uns wiederholt erhobenen Forderung. Sie ist auch für Deutschland wünschenswert. Eine Ausdehnung des Veröffentlichungszwangs auf Leitende Angestellte und Kleinsttransaktionen wäre dagegen insbesondere wegen des bürokratischen Aufwands bedenklich."

Die aktuelle deutsche Regelung bewahrt Publikum und Aufsicht vor einer unübersehbaren Flut von Meldungen. Die Bekanntgabe jeder Minimalorder ist ohne größeren Aussagewert für die Marktteilnehmer und führt zu Fehlinterpretationen.

Das DAI hat seine Positionen bereits in seiner Studie "Directors' Dealings" veröffentlicht. Diese kann im Bereich http://www.dai.de/dai_publikationen (Studien 2002) von der Internetseite herunter geladen oder in der gedruckten Version bestellt werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Aktieninstitut e.V. (DAI) Börsenplatz 5, 60313 Frankfurt Telefon: 069/929150, Telefax: 069/9291512

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