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Pressemitteilung

Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Japan schadet der deutschen Süßwarenindustrie

(Bonn) - Trotz ihrer Exportorientierung wendet sich die deutsche Süßwarenindustrie gegen das geplante Freihandelsabkommen (JEFTA) der Europäischen Union (EU) mit Japan, auf das sich die EU und Japan am 08.12.2017 geeinigt hatten. Der seit 2013 vorbereitete Freihandelspakt zwischen den beiden mächtigen Wirtschaftsräumen soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um Wachstum und neue Jobs zu schaffen. Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit ein äußerst interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen.

Die Süßwarenbranche kritisiert die EU-Kommission insbesondere dafür, dass bei der Ausgestaltung der Ursprungsregeln die Belange und Erfordernisse der verarbeitenden Lebensmittelwirtschaft keine Berücksichtigung finden. "JEFTA zeigt deutlich, dass es der EU-Kommission vor allem um den Schutz des Agrarsektors geht, nicht aber um die Wertschöpfung der Veredelungsindustrie. Daher lautet unser Fazit als stark exportorientierte Branche erstmalig in der gesamten Historie der Freihandelsabkommen der EU: Besser kein Abkommen als eines, das Exporthürden schafft und mühsam erzielte Unternehmenserfolge zunichtemachen könnte", sagt Klaus Reingen, Hauptgeschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI).

Für die meisten Süßwarenexporteure könnten Zollerleichterungen nicht genutzt werden, wenn die Hersteller keine EU-Herkunftsnachweise (sog. Lieferantenerklärung) für ihre Rohstoffe erhalten. Derzeit ist beim für die Branche so wichtigen Rohstoff Zucker keine flächendeckende Versorgung mit den Lieferantenerklärungen gegeben. Schon jetzt ist absehbar, dass die in Japan aktiven deutschen Süßwarenexporteure ohne ihr eigenes Verschulden die erforderlichen Nachweise nicht erbringen können, um die ausgehandelten Zollerleichterungen in Anspruch zu nehmen. Die ausgehandelten Ursprungsregeln zu JEFTA sind zudem mit einem derartig großen bürokratischen Aufwand verbunden, dass sie insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland und der EU in der Praxis nur schwer umzusetzen sein werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI)
Solveig Schneider, Pressereferentin
Schumannstr. 4-6, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 26007-0, Fax: (0228) 26007-89
E-Mail: solveig.schneider@bdsi.de
Internet: http://www.bdsi.de
(dvf, cl)