Pressemitteilung

Frühjahrsumfrage in der hessischen Metall- und Elektro-Industrie / Fasbender: "Mit smarten Produkten und Werkstoffen über 40 Prozent der Innovationsumsätze" / EnviroChemie, Herborner Pumpen, Isabellenhütte, Mersen und peiker ganz vorne dabei

(Frankfurt am Main) - Im Frühjahr 2012 hat HESSENMETALL seine Mitgliedsunternehmen in einer "Blitzumfrage" nach ihren Einschätzungen einen langfristigen Trend zur Smart Industry befragt. "Unsere M+E-Industrie wird smarter. Klassische Ingenieurprodukte und Produktionsanlagen verschmelzen mit Software. Smart Industry wird vor allem im Wettbewerb mit Industrienationen hoch eingeschätzt. Ein Drittel unserer Unternehmen kümmern sich bereits um neue Werkstoffen, mit Dienstleistungen angereicherte Industrieprodukte oder integrieren verstärkt Software. Zehn bis 15 Prozent haben schon vollständig selbst steuernder Produkte oder intelligente Prozesse", resümierte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer die Ergebnisse der Sonderfrage zur Frühjahrsumfrage, an der sich 113 Unternehmen mit rd. 50.000 Beschäftigten beteiligt haben. Bei beachtlichen 19 Prozent liegt der Umsatzanteil, den die M+E-Unternehmen angeben, mit neuen Produkten zu erzielen, die in den letzten drei Jahren entwickelt wurden. Dem Trend zur "Smart Industry" sind dabei bereits 41 Prozent geschuldet. Bezogen auf die 60 Mrd. Euro Jahresumsatz, den die hessischen M+E-Unternehmen 2011 erzielten, lasse sich der Smart-Industry-Umsatz auf 4,7 Mrd. im Jahr hochrechnen: 18 Prozent der Innovationsumsätze entfallen auf neue Werkstoffe, weitere 18 Prozent auf die intelligente Verbindung von Produkt und Dienstleistung und 5 Prozent auf die selbstlernenden Produkte.

Die EnviroChemie GmbH aus Rossdorf bei Darmstadt hat ein System entwickelt, das hoch belastetes Abwasser mittels Bakterien aufbereitet und hierbei organische Schmutzstoffe in Biogas umwandelt. "Wir erzeugen bei der Abwasseraufbereitung Energie und helfen unseren Kunden dadurch gleich doppelt", erläuterte Dipl.-Ing. Claudia Müller den intelligenten Prozess. Ca. 90 Prozent der im Abwasser enthaltenen organischen Inhaltsstoffe können in Biogas umgewandelt werden. Das Gas kann dann energetisch genutzt werden und fossile Energieträger ersetzen. So werden z. B. in einer schwedischen Großmolkerei, in der täglich 250.000 Liter hoch belastetes Abwasser anfällt, über einen Biomar-Reaktor 2 Millionen cbm Biogas erzeugt. Diese werden zur Dampferzeugung genutzt, wodurch mehr als 1,2 Millionen Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden.

"Unsere UNIBAD-Pumpe ist in öffentlichen Schwimmbädern zu Hause, die als Energieschleudern gelten. Als erstes Unternehmen haben wir eine Pumpe entwickelt, die fast die komplette Wärme des Motors nutzt, um damit über Wärmetauscher das Schwimmbadwasser zu erwärmen. Das spart Energie und ist auch noch extrem leise", erläuterte Wolfram Kuhn, Geschäftsführer die Herborner Pumpen GmbH und Ur-Ur-Enkel des Firmengründers. Die Pumpen bringen mehr Leistung durch höhere Wirkungsgrade, senken die Betriebskosten dank hoher Energieeinsparungen und den CO2-Ausstoß durch geringeren Stromverbrauch.

"Mit unserer Messtechnik können Autos ihr Energiemanagement selber steuern: ganz gleich ob Elektromobil oder Formel 1-Bollide", erklärt Jürgen Brust, Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung der Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG in Dillenburg. Hessen ältestes Industrieunternehmen entwickelt Präzisions-Mess-Systeme. Mit ihrer Messtechnik können z. B. beim elektronischen Batteriemanagement im Automobil hochgenau Strom, Spannung und Temperatur im Fahrzeug gemessen werden und gegebenenfalls bestimmte Bereiche selbständig abgeschaltet werden. Wenn zum Beispiel bei eisigen Temperaturen die Batterie überlastet wird, stoppt das System die Sitzheizung, die zum Betrieb des Fahrzeugs nicht zwingend gebraucht wird.

Mersen Deutschland, die deutsche Tochter des französischen Konzerns mit Sitz in Frankfurt, hat aus dem neuen Werkstoff SiliconCarbid Laserspiegel entwickelt. "Die Lasertechnologie wird z. B. in der Autoindustrie, der Medizintechnik, bei der Handyproduktion oder der Leiterplattenfertigung eingesetzt. Der begrenzende Faktor für weitergehende bzw. schnellere Anwendungen ist die Optik. Die Spiegel, die den Laserstrahl lenken, sind zu träge aufgrund ihrer Materialeigenschaften. SiC-Spiegel sind wesentlich dünner als herkömmliche Spiegel und belastbarer. Dadurch ergibt sich eine höhere Wirtschaftlichkeit bei Laseranwendungen", erklärt Matthias Struckmeyer, Senior Sales Director. Mit SiC Laserspiegeln wird in der industriellen Fertigung eine Steigerung der Flexibilität und Bearbeitungsqualität der Produkte und der Produktionsanlagen erreicht. So sind Laseranwendungen in der Materialbearbeitung mit über 30 Prozent höheren Geschwindigkeiten realisierbar. Das senkt die Prozesskosten und erhöht den Prozesswirkungsgrad.

Jährlich 20 Mrd. Euro weniger Unfallkosten, eine Senkung der Zahl der Todesopfer bei Autounfällen in Europa um 6 und der Schwerverletzten um 15 Prozent können erreicht werden durch ein Notrufsystem des Friedrichsdorfer Automobilzulieferers peiker acustic GmbH und Co.KG, das im Fall eines Unfalls selbstständig die Rettung informiert. "Dies ist ein entscheidender Schritt hin zu mehr Verkehrssicherheit dank mobiler Kommunikation im Fahrzeug", sagt Dr.-Ing. Christoph Schillo, Leiter Vorfeldentwicklung. Mit seinem UMTS-Modul ermöglicht peiker durch den schnellen und zuverlässigen Datenaustausch im Fahrzeug dieAnbindung an Internet, Navigation sowie unterstützende Dienste. Über den Datenaustausch "merkt" das Fahrzeug, dass etwas nicht mehr stimmt, z. B. der Airbag ausgelöst ist. Es ortet seinen Standort (GPS) und setzt einen Notruf ab. Die EU-Kommission hat die europaweite Einführung des automatischen Notrufs für neuzugelassene Fahrzeuge ab 2015 empfohlen. Russland möchte dies bereits bis zum Jahr 2013 erreicht haben. Die Umsetzung obliegt jedoch den einzelnen Ländern, den Netzbetreibern und der Automobilindustrie selbst.

Quelle und Kontaktadresse:
HESSEN METALL Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen e.V.
Dr. Ulrich Kirsch, Leitung, Presse und Kommunikation
Emil-von-Behring-Str. 4, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95808-0, Telefax: (069) 95808-126
E-Mail: ukirsch@hessen-metall.de
Internet: http://www.hessenmetall.de
(dvf, tr)


Gesamte Website durchsuchen


Adressen durchsuchen

Pressemeldungen durchsuchen

Personalia durchsuchen

Fachartikel durchsuchen

Verband eintragen

Tragen Sie Ihren Verband in unsere Datenbank ein oder ändern Sie Ihren Eintrag ab.
   

Verbändereport

Ausgabe 07|Oktober 2014
Managementberatung im Verband


Statistiken

 Weiterführende Informationen rund um das Verbändewesen: Studien, Standortkarte der deutschen Verbände, allgemeine statistische Informationen ... Die Redaktion hat umfangreiche Daten zusammengetragen:

Partner