Pressemitteilung

Grüne Stadtentwicklung: BGL und BdB im Meinungsaustausch mit Bundespolitikern / Die Städtebauförderung verstärkt für mehr Grün in Städten nutzen

(Bad Honnef/Pinneberg/Berlin) - Bereits vorhandene Programme zur Städtebauförderung, die der Bund aufgelegt hat, sollten verstärkt zur Schaffung von mehr Grün in den Städten genutzt werden. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Repräsentanten der grünen Branche und eine Reihe von Bundestagsabgeordneten bei einem angeregten Meinungsaustausch zum Thema "Grüne Stadtentwicklung im Klimawandel" in Berlin. "Die grüne Branche kann bei der Lösung der vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen in der Stadtentwicklung einen großen Beitrag leisten", machten BGL-Präsident August Forster und BdB-Präsident Karl-Heinz Plum gemeinsam beim "Parlamentarischen Lunch" mit den Bundespolitikern deutlich. Die Präsidien des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e. V. sowie des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) erörterten bei dem Treffen mit Mitgliedern verschiedener Ausschüsse des Deutschen Bundestages Möglichkeiten und Perspektiven, die gesellschaftlichen Aufgaben rund um das breite Themenfeld "Grün" erfolgreich zu bewältigen.


Ziel: Grün mit seinen positiven Wirkungen als fester Bestandteil der Stadtentwicklung

"Nicht nur zur Verringerung der Belastung der Luft mit Feinstaub oder bei der Verbesserung des Wohnumfeldes kann Grün einen wichtigen Beitrag zur Lösung von Problemen in der Stadtentwicklung leisten", hob BdB-Präsident Plum hervor. Dabei betonte er: "Es gilt, Grün mit seinen vielfältigen positiven Wirkungen als festen Bestandteil der Stadtentwicklung noch mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen und in ihren Köpfen zu verankern, denn Grün ist ein unverzichtbarer Bestandteil für eine moderne Infrastruktur im urbanen Raum und letztlich der Schlüssel, den Klimawandel in den Städten erträglich zu machen."


Nachhaltige, gesunde, grüne Stadtentwicklung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

BGL-Präsident Forster stellte heraus: "Beim Umgang mit Grün ist ein Umdenken aller Beteiligten erforderlich. Denn eine nachhaltige, gesunde, grüne Stadtentwicklung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Er mahnte: "Bei aller staatlichen Förderung von Investitionen, Neubauten und Neuanlagen müssen die Kosten für die Erhaltung von Grün noch stärker berücksichtigt werden, andernfalls nimmt man die Vernichtung von Werten in Kauf. Denn auch die Pflege zur Instandhaltung und Werterhaltung von Grün- und Freianlagen ist unumgänglich und kostet Geld."


Miteinander von Mensch und Natur in den Mittelpunkt des politischen Handelns stellen

In seinem Impulsreferat zum Thema "Stadtentwicklung und grüne Stadtstruktur: Defizite von heute als Desaster von morgen" appellierte der Landschaftsarchitekt Dr. Andreas Kipar bei dem Treffen insbesondere an die Parlamentarier, kein Nebeneinander von Mensch und Natur zu akzeptieren, sondern "das Miteinander von Mensch und Natur in den Mittelpunkt des politischen Handelns zu stellen". Er forderte: "Städte müssen wieder organischer werden." Grün habe nicht allein einen wirtschaftlichen Wert. Gerade Menschen in der Stadt brauchten zukünftig Freiräume, auch freie Flächen - denn durch grüne freie Flächen werde die Lebensqualität in urbanen Räumen enorm gesteigert.


Lebensbedingungen für Stadtgrün verändern sich dramatisch

Es gelte, das Potenzial von Bäumen und Sträuchern auch aus nicht heimischen Vegetationszonen künftig stärker zu nutzen, so Klaus Körber von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in seinem Impulsreferat zum Thema "Der Baum im urbanen Raum: Zustandsbericht und Forschung für die Stadtbäume von morgen und übermorgen". Er zeigte die dramatischen Veränderungen der Lebensbedingungen für Stadtgrün auf. Um darauf angemessen reagieren zu können, bedürfe es weiterer Forschungsanstrengungen, denn einheimische Arten seien den besonderen klimatischen Bedingungen, der fehlenden fachgerechten Pflege, dem Schädlingsbefall und sonstigen ungünstigen Standortbedingungen allein kaum noch gewachsen.

Einig waren sich die Repräsentanten der grünen Verbände und die Bundestagsabgeordneten, dass gerade in Kommunen ein Umdenken im Umgang mit der Artenauswahl stattfinden müsse. Es mache keinen Sinn mehr, auch in der Stadt die ausschließliche Verwendung einheimischer Arten zu fordern.


Mit Forschung rund ums Grün nachhaltig landschaftsgärtnerische Arbeitsfelder sichern

In der nachfolgenden Diskussion informierte BGL-Hauptgeschäftsführer Dr. Hermann J. Kurth die Abgeordneten über den Entwurf des EU-Forschungsprogramms "Horizont 2020". Er regte die Bundespolitiker an, sich für die Aufnahme der erforderlichen Forschung rund ums Grün in dem 2014 startenden, 90 Milliarden Euro umfassenden Förderprogramm einzusetzen. Dass der Garten- und Landschaftsbau für seine zukünftige, erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung auf belastbare Forschungsergebnisse rund ums Grün angewiesen sei, habe auch der auf breite Resonanz gestoßene ELCA-Forschungsworkshop der europäischen Landschaftsgärtner im Mai 2011 in Brüssel im EU-Ausschuss der Regionen gezeigt. Interdisziplinäre Forschungsvorhaben rund ums Grün seien notwendig für den Erhalt und die Sicherung nachhaltiger landschaftsgärtnerischer Arbeitsfelder.

Die Bundestagsabgeordneten - darunter auch Peter Götz (CDU, Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik der CDU/CSU-Fraktion), Karl Holmeier (CSU, Mitglied der Koalitionsarbeitsgruppen "Gemeindefinanzen" sowie "Ländliche Räume und Regionale Vielfalt) und Reinhold Sendker (CDU, Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) - sagten ihre Unterstützung zu und wollen bei ihren Fachkollegen ebenfalls um Unterstützung mit Blick auf die Forschung rund ums Grün werben.


Grüne Lebensqualität: Stadtbewohner können für Nachdruck sorgen

Peter Götz lenkte außerdem auch den Blick darauf, dass nationale Förderprogramme - wie die Städtebauförderung - es bereits zulassen, Grün in Städten und Gemeinden in Förderprogramme einzubeziehen, auch wenn dies nicht ausdrücklich in den Förderrichtlinien des Bundes formuliert sei. Die Teilnehmer waren sich beim Meinungsaustausch einig, dass die Kommunen verstärkt im Rahmen dieser Förderprogramme die Möglichkeiten wahrnehmen sollten, ihr Grün aufzuwerten. Für entsprechenden Nachdruck bei der Schaffung "grüner Lebensqualität" könnten vor allem aber auch die Stadtbewohner und Nutzer von Grün- und Freiräumen gegenüber den Verantwortlichen sorgen.

BGL-Präsident August Forster und BdB-Präsident Karl-Heinz Plum zogen nach dem Meinungsaustausch mit den Bundespolitikern gemeinsam ein positives Fazit: "Die Kooperation unserer Verbände bei diesem Veranstaltungsformat hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Die angeregte Diskussion belegt das große Interesse der Abgeordneten und vor allem auch deren Bereitschaft, sich für Lösungen in den angesprochenen Bereichen einzusetzen."

Quelle und Kontaktadresse:
BGL Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V.
Bettina Holleczek, PR-Referentin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Alexander-von-Humboldt-Str. 4, 53604 Bad Honnef
Telefon: (02224) 7707-0, Telefax: (02224) 7707-77
E-Mail: B.Holleczek@galabau.de
Internet: http://www.galabau.de
(dvf, cl)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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