Pressemitteilung

Mehr Informatikerinnen braucht das Land

(Bonn) - Nur rund 14 Prozent der Informatik Studierenden in Deutschland sind weiblich. In anderen Ländern, insbesondere in Asien und Osteuropa, liegt dieser Anteil laut OECD bei rund 50%. Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) möchte mehr Mädchen für Informatik begeistern und den Frauenanteil in den Informatikberufen steigern, und dies nicht nur, um dem vielbeschworenen Fachkräftemangel vorzubeugen.

"Gerade wenn es darum geht, den besten Weg zu finden, um Informatik für den Menschen nutzbar zu machen, zeigt sich der Vorteil von gemischten Teams", so die Erfahrung von Simone Rehm, Vizepräsidentin der GI und IT-Leiterin in einem mittelständischen Unternehmen. Dies bestätigt auch Christine Regitz, Produktmanagerin in einem Softwarunternehmen und Sprecherin der Fachgruppe Frauen und Informatik in der GI. "Die Fähigkeit, zuzuhören und komplizierte Sachverhalte in einer natürlichen Sprache verständlich darzustellen, ist bei der Erhebung von Anforderungen ebenso so wichtig wie das Beherrschen der Programmiersprache bei der passgenauen Übersetzung dieser Anforderungen." Diese Fähigkeit, darin sind beide Informatikerinnen sich einig, zeichne Frauen häufig aus.

Trotzdem prägen nur wenig weibliche Gesichter das öffentliche Bild der Informatik: auch dies ein Grund, der Mädchen daran hindert, sich für einen Informatikberuf zu entscheiden. Die GI will da Abhilfe schaffen und hat nun in ihrer Posterreihe "Wir sind Informatik" das zweite weibliche Portrait veröffentlicht. Nach Ada Lovelace ist ein Poster zu Grace Hopper (1906-1992) erschienen, Erfinderin des Compilers und Wegbereiterin für die Programmiersprache Cobol. Hopper forschte nach dem Krieg an der Harvard-Universität, wechselte anschließend in die Computerindustrie und war zuletzt im aktiven Dienst der US-Armee in der Marine tätig. Für ihre herausragenden Leistungen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. auch 1969 die Auszeichnung "Man of the Year". Mit ihrer Vorliebe für das Militärische bietet sie sicher nicht das typische Identifikationsmuster für junge Mädchen der heutigen Zeit. Aber da Informationstechnik nahezu alle Lebensbereiche durchdringt, finden Frauen mit einem Informatik-Beruf ein breites Betätigungsfeld, wo sie mit Pragmatismus und Kreativität neue Anwendungsfelder erschließen können.

Die Posterreihe "Wir sind Informatik" finden Sie unter http://www.gi.de/themen/bild-der-informatik/informatikpersoenlichkeiten.html.

Quelle und Kontaktadresse:
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI), Wissenschaftszentrum
Cornelia Winter, stellv. Geschäftsführerin, Presseabteilung
Ahrstr. 45, 53175 Bonn
Telefon: (0228) 302145, Telefax: (0228) 302167
E-Mail: gs@gi-ev.de
Internet: http://www.gi-ev.de
(dvf, cl)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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