Pressemitteilung | Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Outsourcing: Verlierer sind Niedrigqualifizierte, Gewinner die Hochqualifizierten

(Berlin) - Outsourcing in Niedriglohnländer ist für Unternehmen vor allem bei Produktionsstufen mit hoher Arbeitsintensität und geringer Qualifikationsintensität lohnend. Dementsprechend sind vor allem die Löhne und Beschäftigungschancen Niedrigqualifizierter in Deutschland negativ von dieser neuen Form internationaler Arbeitsteilung betroffen. Das Diskussionspapier des DIW Berlin Nr. 385 kommt zu dem Ergebnis, dass Outsourcing die Löhne für Niedrigqualifizierte um bis zu 1,8 Prozent reduziert, während die Löhne Hochqualifizierter um bis zu 3 Prozent steigen.

Kommt es zur Verlagerung ganzer Produktionsstufen ins Ausland, nennt man diese Form von Direktinvestitionen „internationales Outsourcing“. Internationales Outsourcing hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Mit der Öffnung Osteuropas und den deutlichen Lohndifferentialen besteht ein erhebliches Potential für Outsourcing. Die niedrigen Lohnkosten in diesen Ländern sind jedoch nur ein Entscheidungskriterium für die Unternehmen. Viele Unternehmen beklagen, dass die Qualitätssicherung in Osteuropa ein erhebliches Problem darstellt.

Generell ergeben sich aus wirtschaftlicher Integration durch Outsourcing und Handel erhebliche Effizienzgewinne und im Effekt niedrigere Preise für Endprodukte im Inland. In diesem Prozess gibt es jedoch Gewinner und Verlierer. Für niedrigqualifizierte Arbeitskräfte ergeben sich bereits heute negative Lohn- und Beschäftigungseffekte aus internationalem Outsourcing. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Trends verstärken. Unternehmen können und müssen hingegen durch Outsourcing ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern bzw. erhalten. Outsourcing hilft demnach, Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten.

Es gibt keine Statistik, die die Abwanderungen von Firmen und Arbeitsplätzen ins Ausland verlässlich misst. Die Aussage, dass deutsche Arbeitsplätze verstärkt ins Ausland verlagert werden, beruht daher auf Spekulationen und einzelnen Fallbeispielen. Ein Abbau von Arbeitsplätzen im Inland heißt nicht notwendigerweise, dass diese Arbeitsplätze ins Ausland verlagert wurden. In Ermangelung von Daten ist unklar, wie viele Arbeitsplätze, zu welchem Zeitpunkt tatsächlich wohin verlagert wurden. Einige wissenschaftlich gefestigte Aussagen lassen sich aber aus Daten zu Direktinvestitionen im Ausland und internationalem Handel sowie aus theoretischen Überlegungen ableiten.

Die ausländischen Direktinvestitionen deutscher Unternehmen entfallen zum größten Teil auf Länder der europäischen Union und andere Industrieländer. Direktinvestitionen nach Osteuropa und in Entwicklungsländer machen nur einen Anteil von jeweils deutlich weniger als 10 Prozent aus. Dabei sind die ausländischen Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in den letzten 10 Jahren signifikant gewachsen, besonders die nach Osteuropa.

Bei Direktinvestitionen muss man zwischen horizontalen und vertikalen Investitionen unterscheiden. Ein großer Teil deutscher Direktinvestitionen im Ausland ist horizontaler Natur, d.h. er dient der Markterschließung und fördert die Exporte in die Empfängerländer. Daraus lassen sich potentiell positive Beschäftigungseffekte in Deutschland ableiten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Königin-Luise-Str. 5, 14195 Berlin Telefon: 030/89789-0, Telefax: 030/89789-200

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