Pressemitteilung

Sonderkulturen verzeichnen hohe Ertragsschwankungen / DBV zu Erntesituation 2012 bei Obst, Gemüse, Hopfen, Tabak und Wein

(Berlin) - Im Rahmen der Erntepressekonferenz 2012 berichtet der Deutsche Bauernverband (DBV) im Einzelnen über die Erntesituation bei Obst, Gemüse, Hopfen, Tabak und Wein.

Obst

Nach der normalen Obsternte im Jahr 2011 fällt die diesjährige Obsternte nur unterdurchschnittlich aus. Bei der wichtigsten Kultur, dem Apfel, wächst nach derzeitiger Kenntnis eine Apfelernte von rund 933.000 Tonnen heran (im Vorjahr 953.000 Tonnen). Das bedeutet eine um 2 Prozent niedrigere Erntemenge als im vergangenen Jahr.

Bei Birnen und beim Steinobst, den Kirschen und Pflaumen, sind deutlich geringere Ernten als im Vorjahr zu verzeichnen. Hauptursachen sind Blütenfröste und Hagel.

Bei Birnen erwarten wir in Deutschland eine Erntemenge von etwa 38.000 Tonnen. Gegenüber dem Vorjahr mit 47.000 Tonnen bedeutet das ein Minus von 19 Prozent.

Bei Süßkirschen werden in Deutschland in diesem Jahr rund 26.700 Tonnen erwartet, womit das Vorjahresergebnis von 37.000 Tonnen um fast 30 Prozent verfehlt wird.

Bei Sauerkirschen konnte in 2012 ebenfalls nur eine geringe Erntemenge von 16.300 Tonnen eingefahren werden und damit wurde das wiederum nur mengenmäßig schlechte Vorjahr mit 22.500 Tonnen erneut deutlich unterschritten. Hier fehlen rund 25 Prozent zur letztjährigen Ernte. Ursachen für die geringere Erntemenge sind neben den Frösten im April weitere Rodungen. Der Markt hat die Erntemengen aber gut aufgenommen.

Die Pflaumen- und Zwetschgenernte dürfte nach dem nur schlechten Jahr 2011 mit 49.000 Tonnen auch in 2012 nicht besser ausfallen. Auch hier haben Blütenfröste erneut die Mengen stark reduziert, sodass die Erntemengen zwischen 45.000 und 50.000 Tonnen liegen dürften.

Die diesjährige Erdbeerernte liegt bei nur rund 138.000 Tonnen. Aufgrund der feuchten Witterung war es für die Erdbeerbauern ein sehr schwieriges Jahr, da viele Früchte auf dem Feld nässebedingt verfaulten. Darüber hinaus haben die Blütenfröste im April die Mengenerwartungen dezimiert. Der Saisonverlauf 2012 war deshalb sehr unausgeglichen, dennoch konnte eine vergleichsweise gute Versorgungslage am Markt erreicht werden, wobei die Preisentwicklungen nicht für alle Erzeuger zufriedenstellend waren.

Das Beerenobst wird in diesem Jahr in etwa wieder das Vorjahrsergebnis erreichen. Derzeit ist davon auszugehen, dass Johannisbeeren um 9.000 Tonnen liegen dürften und Himbeeren um 4.500 Tonnen. Die Heidelbeerernte dürfte gut 9.000 Tonnen erreichen.

Gemüse

Der Gemüsemarkt 2012 stand zunächst unter dem Einfluss des nassen und eher zu kühlen Sommers. Typische Sommergemüse wie Salate, Gurken und Tomaten wurden deshalb zurückhaltender nachgefragt. Die Gemüseanbaufläche dürfte sich nach jetziger Einschätzung im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verändert haben. Die Erntesaison 2012 begann bei fast allen Kulturen im ersten Halbjahr im langjährigen Durchschnitt und bescherte so einen guten Start. Allerdings waren bereits im Frühjahr die Bewässerungskosten extrem hoch. Im April und Mai verzögerte sich dann aber die Vegetationsentwicklung bei Spargel aber auch bei den meisten anderen Gemüsearten.

Die Spargelernte 2012 dürfte um 94.000 Tonnen gelegen haben und damit etwa um 10 Prozent niedriger als im Vorjahr mit 104.000 Tonnen. 2012 kam die Spargelsaison witterungsbedingt nur langsam in Gang, dennoch konnte eine gleichmäßige Marktversorgung erreicht werden. Dabei konnten die etwas höheren Preise das Minus bei den Mengen aber nicht ganz ausgleichen.

Die Anbaufläche von Zwiebeln ist im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland um knapp 10 Prozent eingeschränkt worden. Bei normalen Erträgen wird man auch das sehr hohe Ertragsniveau des Vorjahres nicht ganz erreichen. Damit besteht die Aussicht auf eine normale Zwiebelsaison 2012/13, nachdem der Markt im Vorjahr mit den Rekordmengen überfordert war. Insgesamt ist von einer Erntemenge um 500.000 Tonnen auszugehen, nach 570.000 Tonnen im Vorjahr.

Bei Möhren werden voraussichtlich wieder um 500.000 Tonnen eingefahren werden. Bei den Frühmöhren hat man zunächst lange im Vorgriff geerntet und deshalb niedrigere Erträge erzielt, die aber durch höhere Preise gut ausgeglichen wurden. Im Laufe des August rechnet man mit einer Normalisierung der Ertragslage. Bei geringfügig höherer Fläche wird man damit die mittlere Erntemenge der letzten Jahre erreichen.

Der Anbau von Salaten hat auch in 2012 Höhen und Tiefen durchgemacht. War der Saisonstart noch recht vielversprechend, so hat das Wetter bis Mitte Juli nicht zur Absatzbelebung beigetragen, insbesondere eine schwierige Zeit für die Eissalatgruppe. Ab Mitte Juli hat sich die Situation aber normalisiert.

Im Unterglasanbau waren die Preise für Salatgurken und Tomaten in der Frühsaison durchschnittlich, in der Hauptsaison aber meist zufriedenstellend bis gut.

Die Blumenkohlsaison zeichnet sich bislang durch eine sehr gleichmäßige Preisgestaltung aus, die für Blumenkohl sonst eher untypisch ist. Mengenschwankungen schlugen bislang nur wenig auf den Preis durch, das Durchschnittsniveau blieb leicht unter dem Mittelwert. Brokkoli ist dagegen schon seit Wochen knapp und vergleichsweise teuer. Sorgenkinder bleiben aber preislich weiterhin Kohlrabi und auch Radies.

Hopfen

Beim Hopfen ist von einer guten Ernte mit guten Qualitäten auszugehen. Das feuchtwarme Wetter hat die Entwicklung der Hopfenpflanzen begünstigt. Die Rekorderntemenge des Vorjahres mit 38.000 Tonnen wird allerdings nicht erreicht werden, da die Hopfenfläche in Deutschland um rund 6 Prozent reduziert wurde. Hagel hat in dieser Kultur in diesem Jahr keine größeren Schäden verursacht, sodass derzeit die Ernteerwartungen in Deutschland bei rund 29.250 Tonnen liegen.

Tabak

Die Tabakernte ist derzeit in allen Anbaugebieten in vollem Gang. Trotz regionaler Hagel- und Sturmschäden kann in Deutschland eine sowohl in Bezug auf die Menge wie auch die sich bis jetzt abzeichnenden Qualitäten zufriedenstellende Ernte erwartet werden. Erfreulicherweise hat sich die Anbaufläche trotz des Auslaufens der gekoppelten Beihilfen über die Marktorganisation in diesem Jahr erstmalig wieder stabilisiert und umfasst knapp 2.000 Hektar Virgin sowie 120 Hektar Geudertheimer mit einer Ernteerwartung zwischen 4.500 und 5.000 Tonnen getrocknetem Tabak (2011: 5.000 Tonnen).

Wein

Die Vorschätzung zur Weinernte 2012 erfolgt zu einem noch relativ frühen Zeitpunkt, denn für den Weinjahrgang sind immer die letzten Wochen vor Beginn der Traubenlese die besonders entscheidenden. Für die Reben- und Traubenentwicklung waren die moderaten Vegetationsbedingungen jedoch nicht von Nachteil. Moderate Temperaturen und Niederschläge haben für ein kontinuierliches Rebenwachstum gesorgt. Extreme sind ausgeblieben und besonders die Sonnenstunden ab der 2. Julihälfte haben die Reifeentwicklung der Trauben kräftig vorangebracht. Alles in allem sieht es derzeit für die Qualität des Weinjahrgangs 2012 gut bis sehr gut aus und die Mengenerwartung liegt derzeit bei mittleren 9 bis 9,5 Millionen Hektoliter.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Pressestelle
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205
E-Mail: presse@bauernverband.net
Internet: http://www.bauernverband.de
(dvf)


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Ausgabe 07|Oktober 2014
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