Pressemitteilung

Trinkmilchpreissenkungen entlarven Molkereiwirtschaft

(Freising) - Mit Preiszugeständnissen von 2 bis 2,5 Cent/kg Milch hat die deutsche Molkereiwirtschaft bei den jüngsten Kontraktverhandlungen für Konsummilch ein deutliches Minus für die Milcherzeuger eingefahren - und dies obwohl alle Marktprognosen der Molkereien bisher eine stabile Marktlage vorhergesehen haben. Rückläufig sollen auch die Preise für die Butterkontrakte ausfallen. "Das ist einmal mehr der Beweis dafür, wie verantwortungslos sich die Molkereien den Milchbauern gegenüber verhalten", kritisiert der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. Romuald Schaber. Schon vor Jahren haben die BDM-Milcherzeuger der Molkereiwirtschaft angeboten, sie bei den Kontraktverhandlungen mit dem Handel zu unterstützen - bisher ohne positive Reaktion der Molkereien.
Diese Preiszugeständnisse hätte man machen müssen, weil es ein Überangebot an Milch gebe, lautet die Begründung aus Kreisen der Molkereiwirtschaft.
Nach Ansicht des BDM ist es bezeichnend, dass die Molkereien trotz dieser Erkenntnis keine Bereitschaft zeigen, auf Marktentwicklungen entsprechend zu reagieren.
"Die Steigerung der Anlieferungsmengen in Deutschland und der EU hat einen Rückgang der Preise geradezu angekündigt", erklärt Schaber. "Außerdem heizen die immer größeren Fusionen im Molkereisektor den Markt zusätzlich an. Die Molkereien unterbieten sich im harten Verdrängungswettbewerb gegenseitig und wollen um jeden Preis ihre Kapazitäten auslasten. Es ist völlig inakzeptabel, dass den Preis dafür wieder die Milcherzeuger zahlen sollen." Die Molkereiwirtschaft hat bisher alle Vorschläge des BDM, die zu einer marktangepassten Milchanlieferung beitragen würden, kategorisch abgelehnt. Es ist daher nur recht und billig, dass die Molkereien ihre Preiszugeständnisse auch selbst tragen.
Angesichts der stark gestiegenen Betriebsmittelkosten ist ein erwarteter Milchpreisrückgang in Höhe von 8 bis 10 Prozent für die Milcherzeuger völlig inakzeptabel.
Nicht zum ersten Mal waren es offenbar gerade die großen Genossenschaftsmolkereien, die sich gegenseitig unterboten und den Preisrückgang verursacht haben. Die Bundesregierung wäre daher gut beraten, endlich ihre Haltung zur Sonderstellung der genossenschaftlichen Molkereien zu überdenken. Der Zwischenbericht zu Sektoruntersuchung Milch des Bundeskartellamts hat das bestehende Marktmachtgefälle zwischen Molkerei und Erzeuger mehr als deutlich gemacht. Das Bundeslandwirtschaftsministerium darf dies bei den Verhandlungen über das EU-Milchpaket nicht länger ignorieren.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM)
Pressestelle
Gutenbergstr. 7-9, 85354 Freising
Telefon: (08161) 5384730, Telefax: (08161) 53847350
E-Mail: info@bdm-verband.de
Internet: http://www.bdm-verband.de
(dvf, cl)


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