Pressemitteilung

Weniger Siedlungsflächen, steigender Wohnungsbedarf - Widerspruch oder Chance?

(Berlin) - Die Bautätigkeit ist in den letzten Jahren stark rückläufig. Das geht aus dem Raumordnungsbericht 2011 hervor, den die Bundesregierung im Januar dieses Jahres zur Unterrichtung dem Bundestag vorgelegt hat. Der Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V. (DAI) betrachtet diese Entwicklung mit besonderer Aufmerksamkeit. Denn die Bautätigkeit liegt unter dem Niveau, das laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) für einen nachhaltigen Wohnungsmarkt erforderlich sei.

Das schrumpfende Wohnungsangebot der letzten Jahre einerseits und die steigende Nachfrage andererseits sorgen dafür, dass in regionalen Teilmärkten eine Unterversorgung mit Wohnraum herrscht. Bekanntlich war das Jahr 2008 mit den geringsten Wohnungsfertigstellungen seit dem 2. Weltkrieg. Auch wenn die Wohnbautätigkeit seit 2009 wieder anzieht und die Baugenehmigungszahlen für 2011 einen positiven Ausblick erlauben, zeichnet sich im Hinblick auf die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung eine ungewisse Entwicklung ab. Diese sieht nämlich vor, den täglichen Zuwachs von Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2020 auf 30 Hektar zu begrenzen. Bisweilen beträgt der Zuwachs rund 87 Hektar pro Tag.

Der Präsident des DAI, Prof. Christian Baumgart, sieht in dem steigenden Wohnraumbedarf und dem geringeren Platzangebot neue Herausforderungen für Politik und Architektur, zugleich aber auch Chancen für die Baukultur. "Der grundsätzlich eingeschlagene Weg, die Inanspruchnahme neuer Flächen weiter zu begrenzen, ist auch im Sinne einer verträglichen Baukultur. Um aber den steigenden Ansprüchen der Menschen an Wohnraum und gebauter Umwelt gerecht zu werden, müssen neue Wege eingeschlagen werden", erläutert Baumgart am Rande eines Kongresses in Berlin. So sei die Nachhaltigkeitsstrategie als Anreiz zu verstehen, verstärkt auf die Strategie des verantwortungsvollen Bauens im Bestand zu setzen. "Warum gezwungen Neues bauen, wenn Altes problemlos, anspruchsvoll und energetisch modernisiert genutzt werden kann?", fragt Baumgart das interessierte Auditorium.

Gegründet 1871, gehören dem DAI aktuell 32 Architekten- und Ingenieurvereine im gesamten Bundesgebiet an. Damit vertritt der Verband die Interessen von ca. 4.000 Architekten, Ingenieuren und Planern. Der Verband gibt die Fach- und Verbandszeitschrift BAUKULTUR heraus, die sechs Mal im Jahr erscheint. Der DAI hat zehn Förderpartner, neun Kooperationspartner und sechs Netzwerkpartner.

Quelle und Kontaktadresse:
DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V., c/o KEC
Udo Sonnenberg, Geschäftsführer
Salzufer 8, 10587 Berlin
Telefon: (030) 21473174, Telefax: (030) 21473182
E-Mail: sonnenberg@dai.org
Internet: http://www.dai.org
(dvf, cl)


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