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Pressemitteilung

SoVD legt Chronik vor: Vom Reichsbund zum Sozialverband Deutschland

(Berlin) - Dr. Heiner Geißler und SoVD-PrĂ€sident Adolf Bauer haben am 05. April in Berlin die völlig neu konzipierte und ĂŒberarbeitete Verbandschronik „Vom Reichsbund zum Sozialverband Deutschland“ vorgestellt. Der erste, jetzt erschienene Band reicht von der GrĂŒndung des Verbandes 1917 bis zur Selbstauflösung des „Reichsbundes der KriegsbeschĂ€digten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen“ im Jahr 1933. Dabei wird die Geschichte des Reichsbundes vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse dargestellt.

Ausgangspunkt der GrĂŒndung war die große Not der KriegsbeschĂ€digten und Kriegswitwen nach dem ersten Weltkrieg. Die Kriegsopferversorgung war völlig unzureichend. Ziel des Verbandes war, erstmals eine reichsweit einheitliche Kriegsopferversorgung durchzusetzen. Dabei wurde der Kampf fĂŒr die Verbesserung der KriegsopferfĂŒrsorge als erster Schritt zu weiteren, umfassenden Sozialreformen gesehen. Eine wichtige Rolle spielten auch die Emanzipation der Frau und die VölkerverstĂ€ndigung. Völlig neu im wilhelminischen Obrigkeitsstaat war der Ansatz, dass die Kriegsopfer und Kriegswitwen ihre Interessen selbst vertraten. Die Selbstorganisation der Kriegsopfer am Ende des ersten Weltkrieges war die grĂ¶ĂŸte soziale Bewegung des 20. Jahrhunderts.

Der Reichsbund war personell und ideell der Arbeiterbewegung verbunden. Viele der GrĂŒndervĂ€ter stammten aus den sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften. Der Reichsbund war aber parteipolitisch neutral. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten geriet der Verband immer stĂ€rker unter Druck. Am 29. April 1933 beschloss der Bundesvorstand die Selbstauflösung des Reichsbundes, um der ÜberfĂŒhrung in den nationalsozialistischen Kriegsopferverband zuvorzukommen.

Der erste Band der Chronik ist 364 Seiten stark und enthĂ€lt zahlreiche Dokumente und Fotografien. Der zweite Teil, der die WiedergrĂŒndung des Reichsbundes 1946 bis zur Vereinigung Deutschlands 1990 beleuchtet, wird Ende 2008 erscheinen. Der dritte Band wird die Zeit nach 1990 abdecken.


Quelle und Kontaktadresse:
Sozialverband Deutschland e.V. - Bundesverband, GeschÀftsstelle Berlin (SoVD)
Dorothee Winden, Pressesprecherin
Stralauer Str. 63, 10179 Berlin
Telefon: (030) 726222-0, Telefax: (030) 726222-311
E-Mail: dorothee.winden@sovd.de
Internet: http://www.sozialverband.de
(dvf, bl)