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Pressemitteilung

"Politischer Aktionismus und Verbotspolitik" / Deutsche Brauer kritisieren Drogen- und Suchtbericht

(Berlin) - „Der Drogen- und Suchtbericht 2008 erweckt den Eindruck, dass aus dem Land der Dichter und Denker ein Land der Säufer und Trinker geworden ist.“ Das erklärt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn, zur Vorlage des Drogen- und Suchtberichts. Die Realität ist nach seinen Angaben jedoch eine gänzlich andere: Allein im Zeitraum von 1990 bis 2006 ist der Alkoholkonsum um rund 16 Prozent zurückgegangen.

Bei Alkohol von einer „Alltagsdroge“ zu sprechen sei eine Diffamierung. Mehr als 95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gingen sach- und situationsgerecht im Alltag mit alkoholhaltigen Getränken um. Verantwortungsbewusster Alkoholkonsum sei in Deutschland Teil des kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens.

„Natürlich verkennen die deutschen Brauer nicht, dass der Alkoholkonsum gerade bei Jugendlichen teilweise zunimmt“, so Hahn. Die Ursachen für einen Alkoholmissbrauch liegen nach seinem Dafürhalten jedoch im sozialen Umfeld und in psychischen Situatio-nen der Betroffenen. Die Ausklammerung der eigentlichen gesamtgesellschaftlichen Problematik, das Vollzugsdefizit im Rahmen der bereits vollumfänglichen Gesetze und Vorschriften sei letztlich ein Skandal. Geradezu hinters Licht führe die Aussage im Dro-gen- und Suchtbericht, die Einführung der Sondersteuer für Alkopops habe zu einem Konsumrückgang geführt. „Zeitgleich mit der Einführung der Sondersteuer ist der Wod-ka-Konsum gestiegen, da Jugendliche wieder selbst mixen“, erklärt Hahn. Die Verbots- und Besteuerungspolitik könne vom Ergebnis her nicht als Erfolg eingestuft werden.

Auch die Drogen- und Suchtpolitik müsse zur Kenntnis nehmen, dass eine nachhaltige Veränderung von menschlichem Verhalten sich nicht gesetzlich verordnen lässt.

Der Deutsche Brauer-Bund fordert die Drogenbeauftragte auf, statt sich im Bericht mit der Aufzählung von Einzelmaßnahmen und Projekten durch Freie Träger zu verzetteln, sich allen Akteuren aus Wirtschaft und Gesellschaft zu öffnen und gemeinsam mit ihnen langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen konkret zu planen. Dies habe mehr Erfolg, als vor dem sich vermeintlich vergrößernden Drogensumpf zu warnen und mahnend auf die Vorschläge zur Verschärfung der Abgabe- und Werberichtlinien des Drogen- und Suchtrates zu warten.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Brauer-Bund e.V. (DBB)
Marc-Oliver Huhnholz, Pressesprecher
Neustädtische Kirchstr. 7a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2091670, Telefax: (030) 20916799
E-Mail: info@brauer-bund.de
Internet: http://www.brauer-bund.de
(dvf, bl)