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Pressemitteilung

Wissenschaftsorganisationen auf falschem Weg / Wissenschaftsverlage begrüßen Stellungnahme des Hochschulverbands zu Urheberrecht und Open Access / Gespräche über Anpassungen des Urheberrechtsgesetzes angeboten

(Frankfurt am Main) - Die Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Verleger (AwV) und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begrüßen die Deutlichkeit, mit der sich der Deutsche Hochschulverband für die Wahrung der Urheberrechte von Wissenschaftlern einsetzt. Sie teilen die heute geäußerte Besorgnis des Hochschulverbandes, dass die kürzlich von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen veröffentlichten Vorschläge für urheberrechtliche Leitlinien der Wissenschaft großen Schaden zufügen können und rufen die Allianz dazu auf, den von ihr eingeschlagenen Weg zu verlassen.

"Jede Wissenschaftlerin und jeder Wissenschaftler kann die eigenen Forschungsergebnisse im Internet frei zugänglich machen, wenn sie oder er dies wünscht", so der Frankfurter Verleger Vittorio Klostermann, Vorsitzender der AwV. "Kein Autor sollte aber gedrängt werden, seine Werke der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung zu stellen, und schon gar nicht in der Fassung, die erst zusammen mit dem Verlag erarbeitet wurde. Solche Forderungen untergraben die Freiheit der Autoren, ihre Werke in der bestmöglichen Form zu publizieren, und zugleich die ökonomischen Grundlagen der Wissenschaftsverlage."

Widerspruch erregt zudem die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen ebenfalls erhobene Forderung nach einer "allgemeinen Wissenschaftsschranke" für das deutsche Urheberrecht. "Ein modernes wissenschaftliches Informationswesen verträgt weder Zwang noch pauschale Schranken. Gerade die Wissenschaft braucht ein starkes Urheberrecht", sagt Professor Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins. Eine `allgemeine Wissenschaftsschranke´ würde die Autoren aber empfindlich schwächen. Sie ließe keinen Raum mehr für privatwirtschaftliche Verlage und ihren Wettbewerb und führte direkt in ein staatliches Publikationswesen.

Die AwV und der Börsenverein würden Gespräche zwischen den Betroffenen über Anpassungen des Urheberrechtsgesetzes begrüßen, die tatsächlich zu einer Verbesserung der digitalen Erschließung wissenschaftlicher Erkenntnisse führen und zugleich allen Beteiligten Rechts- und Investitionssicherheit eröffnen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vertritt als Spitzenorganisation des herstellenden und verbreitenden Buchhandels in Deutschland die Interessen von rund 5.700 Verlagen, Buchhandlungen, Zwischenbuchhandlungen und Antiquariaten. Er setzt sich ein für ein gerechtes Urheberrecht und die Buchpreisbindung. Seit seiner Gründung im Jahre 1825 hat er auf vielfältige Weise zu Erhalt, Ausbau und Verbreitung der Literatur beigetragen. Er vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und den Deutschen Buchpreis und ist als Träger und Vermittler von Bildung in der Leseförderung aktiv.

Die Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Verleger (AwV) wurde 1918 gegründet. Als informeller Kreis von derzeit 35 deutschen und deutsch-schweizerischen Mitgliedern vertritt sie die Interessen der Wissenschaftsverlage innerhalb des Börsenvereins und nach außen.

Quelle und Kontaktadresse:
Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Pressestelle
Großer Hirschgraben 17-21, 60311 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 13060, Telefax: (069) 1306-201
E-Mail: info@boev.de
Internet: http://www.boersenverein.de
(dvf)