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Pressemitteilung

Messe "Jagd und Hund": Marktführer in Sachen Tiere töten

(Bonn) - Anlässlich der morgen (1. Februar 2011) in Dortmund beginnenden Messe "Jagd und Hund" kritisiert der Deutsche Tierschutzbund die Jagdveranstalter. Nüchtern wirbt die Messe im Veranstaltungskalender mit einem "Produkt- und Dienstleistungsangebot mit den Schwerpunkten in den Bereichen Jagd sowie Angeln". Jährlich sterben beim "Volksport Jagd" mehr als fünf Millionen Wildtiere in Deutschland, obwohl es für den Abschuss der meisten jagdbaren Tierarten keinerlei ökologische Notwendigkeit gibt. Darüber hinaus werden geschätzt jedes Jahr über Hunderttausend Katzen und einige Tausend frei laufende Hunde von Jägern erschossen. Die offiziellen Zahlen belegen allein für NRW den Tod von fast 40.000 Katzen in den letzten drei Jahren. Der Deutsche Tierschutzbund erneuert daher seine Forderung nach einer grundlegenden Novellierung des deutschen Jagdrechts.

Das Jagdwesen in Deutschland wird wichtigen Grundsätzen des Tierschutzes nicht gerecht. Wer die ethische Verantwortung für die Mitgeschöpfe ernst nimmt, kann Jagd nur dann rechtfertigen, wenn sie sich nach sorgfältiger wissenschaftlicher Prüfung als ökologisch erforderlich erweist und Tiere dadurch von Leiden erlöst oder vor Leiden bewahrt werden. "Unter dem Deckmantel des angewandten Naturschutzes werden in Deutschland Dutzende von Tierarten erbarmungslos und ohne ökologische Notwendigkeit bejagt. Dies geschieht zum Teil mit Methoden, die absolut grausam und tierquälerisch sind", so Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes.

Zur Umsetzung der notwendigen Veränderungen des Jagdwesens und des Jagdrechts in Deutschland muss das Bundesjagdgesetz als Rahmen grundlegend reformiert werden. Einzelne Jagdpraktiken, z.B. die Jagdhundeausbildung an lebenden Enten oder tierschutzwidrige Jagdmethoden wie die Fallenjagd und die Verwendung von Bleischrot, müssen verboten werden, fordert Europas größte Tierschutzorganisation.
Weiteres Problem des Jagdgesetzes: die Pauschalregelung zum Abschuss von Haustieren. Laut derzeitiger Regelung können Jäger wildernde Hunden und Katzen abschießen. In der Praxis bedeutet dies: Eine Katze kann bereits dann abgeschossen werden, wenn sie wenige Hundert Meter von einem Wohnhaus entfernt über eine Wiese läuft oder vor einem Mauseloch sitzt. Dass die Katze in diesem Fall gar keine Gefahr für das Wild darstellt, ist dabei völlig irrelevant. "Es kommt auch immer wieder vor, dass Hunde ohne ersichtlichen Grund getötet werden, selbst dann wenn sie nur einige Meter vom Halter entfernt durch den Wald laufen. Das ist unglaublich", so Schröder abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Pressestelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: (0228) 604960, Telefax: (0228) 6049640
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: http://www.tierschutzbund.de
(dvf, mk)