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Pressemitteilung

Bundestag: Keine Verbesserungen bei Tiertransporten in Sicht

(Bonn) - Der Antrag "Tierschutz bei Tiertransporten verbessern" der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen wurde gestern (11. Mai 2011) im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Bundestages abgelehnt. Die Initiative sah unter anderem vor, dass sich die Bundesregierung bei Verhandlungen auf EU-Ebene für eine ausnahmslose zeitliche Begrenzung von Tiertransporten auf acht Stunden einsetzt und Tiertransporte innerhalb Deutschlands auf maximal vier Stunden begrenzt werden. Mit der Ablehnung wurde aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes eine wichtige Chance verpasst, ein klares und richtiges Signal in Richtung Bundesregierung zu setzen.

"Nach wie vor werden Tiere über Tage hinweg durch die Welt gekarrt, anstatt vor Ort geschlachtet zu werden - nur damit die Industrie ein paar Cent mehr Profit pro Schlachttier einstreicht", kritisiert Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, die Zustände bei Tiertransporten. "Es ist nicht nachvollziehbar, wenn Schritte in Richtung Verbesserungen beim Tierschutz im Parlament aufgrund der politischen Farbenlehre gestoppt werden", so Apel weiter. Jährlich werden über 400 Millionen Tiere in Europa und über seine Grenzen hinweg transportiert - Geflügel nicht einmal eingerechnet. Die Zahl der Transporte nimmt zudem kontinuierlich zu.

Aktuell dürfen Rinder europaweit bis zu 29 Stunden transportiert werden, bevor sie den Transporter das erste Mal für eine 24-stündige Pause verlassen dürfen. Diese Prozedur darf beliebig oft wiederholt werden. Für Schweine und Pferde sieht es nicht besser aus, hier sind 24 Stunden Fahrt und 24 Stunden Pause im Wechsel unbeschränkt möglich. Darüber hinaus sind die Ladedichten so hoch, dass die Tiere sich nicht hinlegen können, ohne sich gegenseitig zu stören und zu verletzen. Außerdem ist es erlaubt, die Transporte trotz Kälte und Hitze (0-35° Grad) durchzuführen.

Besonders kritisch sind sogenannte Doppelstocktransporte von Rindern zu sehen, die auf Drängen der Transport - und Fleischwirtschaft weiterhin genutzt werden sollen. In den doppelstöckigen LKWs stoßen Widerrist, Rücken oder Kopf an die Decke oder scheuern daran, es kommt zu schmerzhaften Verletzungen.

"Nicht zuletzt werden die ungenügenden gesetzlichen Vorgaben außerdem häufig noch missachtet, wie Straßenkontrollen immer wieder beweisen. Pausenzeiten werden nicht eingehalten und LKWs überladen. Dadurch verschlimmert sich die ohnehin schon qualvolle Situation für die Tiere zusätzlich", konstatiert Apel abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Pressestelle
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: (0228) 604960, Telefax: (0228) 6049640
E-Mail: presse@tierschutzbund.de
Internet: http://www.tierschutzbund.de
(dvf, el)