Meeting- & EventBarometer 2011: Deutschland ist Spitzenreiter

Die internationale Tagungsbranche sieht Deutschland auf Platz eins: Sowohl Tagungsveranstalter und -anbieter weltweit als auch aus der EU und aus der Bundesrepublik werten Deutschland als beste Veranstaltungsdestination. Zu diesem Ergebnis kam das Meeting- & EventBarometer 2011, vorgestellt bei der IMEX. Auf Platz zwei schaffte es Spanien, gefolgt von Österreich.
Insgesamt fanden 2010 in Deutschland rund 2,69 Millionen Veranstaltungen statt (plus 9,4 Prozent im Vergleich zu 2009), die mit 323 Millionen Teilnehmern besucht waren (plus 6,9 Prozent) – das war Rekord. Der Anteil der ausländischen Teilnehmer blieb mit 5,8 Prozent annähernd gleich (plus 0,3 Prozentpunkte). „Der Optimismus ist zurück in unserer Branche – zu recht“, sagte Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB, bei der Vorstellung der Studie.
2010 hatten 67 Prozent der befragten Veranstalter höhere Budgets als im Vorjahr. 33 Prozent gaben an, über weniger finanzielle Mittel zu verfügen. Besonders der Anteil der mittleren Budgets stieg: 26 Prozent der Veranstalter arbeiteten mit 100.000 bis 500.000 Euro pro Jahr, das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von fünf Prozentpunkten. Der Anteil der Budgets zwischen 500.000 Euro und einer Million war dagegen mit minus drei Prozentpunkten leicht rückgängig.
Diese Studie wurde im Auftrag des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC), des GCB German Convention Bureau und der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) erstellt. Durchgeführt wurde sie im Frühjahr vom Europäischen Institut für TagungsWirtschaft (EITW). Die Untersuchung spiegelt das Stimmungsbild von deutschen und internationalen Tagungsveranstaltern und -anbietern wider. Rund 4.000 deutsche Veranstaltungszentren, Tagungshotels und Eventlocations mit mindestens 100 Sitzplätzen und rund 11.000 Veranstalter von Tagungen und Events, die mit dem GCB in Kontakt stehen, wurden angeschrieben. Fünf Prozent der Kontaktierten gaben ihre Bewertung ab.
Unterschiede sahen die Befragten beim Ranking der Flächen-Bundesländer: Während die deutschen Veranstalter Nordrhein-Westfalen als das für Tagungen am besten geeignete Bundesland einschätzten, fiel die Wahl der international Befragten und derjenigen aus der EU auf Bayern. Zusammengenommen sprachen sich demnach die meisten Befragten für Bayern als bevorzugtes Bundesland aus, gefolgt von NRW und Hessen. Platz vier nahm Baden-Württemberg ein, Platz fünf ging an Brandenburg.
Bei der Frage nach den bevorzugten Metropolregionen Deutschlands setzte sich der Großraum Berlin/Potsdam durch, da sich die Befragten aus Deutschland und der EU für diese Region aussprachen. Die internationalen Veranstalter werteten aber München und das Münchner Umland als bevorzugte Region. Somit schaffte es München mitsamt seinem Umland insgesamt gesehen auf Platz drei. Platz zwei belegte das Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt, Mainz und Wiesbaden.
Auch nach Trends wurde in der Studie gefragt, etwa ob für Veranstaltungsplaner eine erweiterte Barrierefreiheit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus eine Rolle spiele. 45 Prozent der Veranstaltungsplaner antworteten mit Ja. Jedoch planen nur 8,3 Prozent der Anbieter für 2011 Investitionen in die erweiterte Barrierefreiheit. EVVC-Präsident Joachim König prognostizierte: „Die Nachfrage in diesem Bereich wird zunehmen.“

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