Handwerksbetriebe wollen modernisieren, ohne ihre Liquidität zu binden. Welche Wege sie dabei gehen, zeigt der aktuelle Leasing-Report des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) unter dem Titel „Leasing und Handwerk – zwei starke Partner“. Die Mehrzahl der Handwerker finanziert nach wie vor aus Eigenmitteln. Nach einer Sonderumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) vom Herbst 2025 greifen 75 Prozent für nachhaltige Investitionen ausschließlich auf eigene Mittel zurück. Knapp ein Fünftel derjenigen Betriebe, die extern finanzieren, nutzen Leasing. Bei Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten steigt der Anteil auf bis zu 30 Prozent. Das Potenzial ist damit auf beiden Seiten noch nicht ausgeschöpft: Zwei Drittel der Leasing-Gesellschaften im BDL wollen daher ihr Geschäft mit Kunden aus dem Handwerk ausbauen.
„Viele Handwerker kombinieren laufenden Cashflow mit Leasing und können so schneller investieren, nicht erst, wenn genug Kapital auf dem Konto liegt“, erklärt Dr. Claudia Conen, BDL-Hauptgeschäftsführerin. „Insbesondere bei neuen Technologien wie Elektrofahrzeugen nutzen Betriebe Leasing, weil sich Investitionsrisiken und Restwertfragen besser kalkulieren lassen.“ Ob ein Betrieb investiert, entscheidet sich nicht zuletzt an der Höhe der Leasing-Rate. Sie hängt unter anderem davon ab, wie sicher sich der Restwert prognostizieren lässt. „Der Wert eines Objekts am Ende der Laufzeit bestimmt maßgeblich die Höhe der Leasing-Rate. Je besser ein Gebrauchtmarkt funktioniert, desto kalkulierbarer ist der Restwert, was dem Kunden wiederum zugutekommt“, erläutert Dr. Conen. Der BDL schlägt vor, Gebrauchtmärkte temporär zu unterstützen, zum Beispiel durch Zuschüsse zu Leasing-Raten oder Kaufprämien für gebrauchte Elektroautos. Gebrauchtmärkte für neue Technologien entstünden zwar, aber langsamer, als die Investitionen anstehen. In dieser Übergangsphase solle der Staat wirken, danach nicht mehr.
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