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Pressemitteilung

BVI-Vorstandssprecher fordert echte Wahlmöglichkeit zwischen Investmentfonds und Versicherungen

(Berlin) - Der von Bundesminister Walter Riester vorgelegte Diskussionsentwurf zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung stößt bei der Fondsbranche auf ein geteiltes Echo. Zwar begrüßt der BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften e.V., dass Investmentfonds in die zu fördernden Altersvorsorgeinstrumente mit einbezogen werden. Eine formale Garantie als Voraussetzung für die steuerliche Förderung lehnt der Verband aber ab, weil sie kontraproduktiv, unnötig und unzweckmäßig sei. „Ich vermisse einen wirklichen Einstieg in die Chancen des Kapitalmarktes, ohne diese Chancen gleich wieder durch deutsches Sicherheitsdenken zu kappen“, sagte Horst Zirener, Sprecher des Vorstands des BVI, vor Journalisten in Berlin. Andere Länder seien uns hier weit voraus.

Zirener stellte deshalb die Frage, warum denn nicht beispielsweise in der Einzahlungsphase für den einzelnen Arbeitnehmer eine echte Wahlmöglichkeit zwischen rentendominierten, aber garantierten Versicherungsprodukten und renditestärkeren, aber volatileren AS- oder Aktienfonds möglich sein könne? Das Tor für ein modernes und effizientes Alterssicherungssystem öffne sich nur, wenn der Bevölkerung auch Instrumente zur Verfügung stünden, die eine Garantie der eingezahlten Gelder nicht formell, sondern - wie Investmentfonds - faktisch sicherstellten. „Wir lehnen eine formale Garantie als Voraussetzung für die steuerliche Förderung ab, denn sie verhindert, dass Arbeitnehmer im Rahmen des künftigen Fördersystems ihr maximales Versorgungsniveau erreichen können“, so der BVI-Vorstandssprecher.

Garantien sind mit Absicherungskosten verbunden. Modellrechnungen des BVI haben folgendes ergeben: Unterstelle man 40 Jahre lang monatliche Einzahlungen von 100 DM in einen mit 8 Prozent rentierenden Investmentfonds, so ergebe sich ein Vorsorgebetrag von 324.000 DM. Durch die Garantie blieben im Mittel jedoch „nur“ 218.000 DM. Die Garantie koste den Anleger also bereits in der Ansparphase etwa ein Drittel seines möglichen Vorsorgekapitals. Hinzu komme noch einmal der Verlust von gut 180.000 DM in der Auszahlungsphase, wenn man eine Auszahlungsperiode von 20 Jahren unterstelle. Auch die Weltbank kritisierte vergangene Woche die geplanten Förderkriterien, die zu hohen Verwaltungskosten und eingeschränkter Rendite führten. Die geplanten Kapitalgarantien bei Investmentfonds reduzieren nach Ansicht der Weltbank die Rendite in erheblichem Umfang.

Dass eine Garantie nicht notwendig sei, werde besonders am Beispiel der AS-Fonds deutlich. AS-Fonds müssen kraft Gesetzes stets mindestens 25 Prozent des Fondsvermögens in anderen Werten als Aktien anlegen. Nach einer 40-jährigen Einzahlungs-phase mit monatlich 100 DM - entsprechend dem obigen Beispiel - bliebe selbst in dem theoretischen Fall, dass im Alter von 65 Jahren alle Aktien ihren gesamten Wert verlieren würden, noch ein Vermögen von rund 81.000 DM übrig – deutlich mehr als die Summe aller Einzahlungen von 48.000 DM. Die Abgabe einer Garantie würde beim AS-System zu einer doppelten Absicherung führen.

Beachtenswert sei auch folgendes: Die Wahrscheinlichkeit, dass AS-Sparpläne bei langfristigen Zeiträumen zu einer vollständigen Rückzahlung der Beiträge führen, liege nach Schätzungen des BVI bereits nach zehn Jahren Ansparfrist bei 100 Prozent. Untersucht hat der Verband alle Sparpläne der Vergangenheit über alle Zeiträume und dabei das Mischungsverhältnis von AS-Fonds zugrunde gelegt.

Bezüglich der Verwaltungskosten, böten AS-Fonds – so der BVI – die besten Voraussetzungen, diese so niedrig wie möglich zu halten. Denn sie werden in ein bestehendes System integriert. Moderne EDV-Plattformen stehen bereits für andere Sparpläne und VL-Leistungen zur Verfügung.

Als intelligentestes Instrument für die private Vorsorge bezeichnete Zirener die AS-Investmentrente. Sie bestehe aus drei Teilen: Einem Einzahlplan in einen AS-Investmentfonds mit substanzwertorientierter Anlagepolitik. Darunter werden überwiegend Aktien mit einer gewissen Beimischung an Immobilien- und/oder Rentenwerten verstanden. Zu Beginn des Ruhestandes schließe sich ein Auszahlplan auf Basis eines Investmentfonds mit konservativer Anlagepolitik bis zum 85. Lebensjahr an. Das Restkapital werde anschließend - im Erlebensfall - in eine private Rentenversicherung eingezahlt. Dieses System führe zu einer „dynamischen Rente mit eingebautem Inflationsschutz“.

Die AS-Investmentrente würde laut BVI dem deut-schen Alterssicherungssystem einen enormen Effizienzschub verleihen. Wer im Alter von 25 Jahren beginne, monatlich einen bestimmten Betrag bis zum 65. Lebensjahr anzulegen, könne - gehe man von den Erfahrungen der Vergangenheit aus - nach einer Faustformel ab Alter 65 fast das Zehnfache, ab Alter 75 in etwa das Zwanzigfache und ab Alter 85 mehr als das Vierzigfache an monatlicher Auszahlung erwarten.

Bei der Reform der betrieblichen Altersversorgung gehe es darum, die Stagnation in diesem Bereich zu überwinden und die Attraktivität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nachhaltig zu steigern. Dazu gehörten eine Verkürzung der Unverfallbarkeitsfristen im Bereich der traditionellen Leistungszusagen-Systeme und die Zulassung von reinen Beitragszusagen, in deren Rahmen auf Unverfallbarkeitsfristen ganz oder weitgehend verzichtet werden könne. Im Interesse größtmöglicher Flexibilität des künftigen betrieblichen Alterssicherungssystems sollten von Unternehmen sowohl reine Leistungs- als auch Beitragszusagensysteme genutzt werden können. Als reines Beitragszusagensystem müsse nach Meinung Zireners auch die AS-Investmentrente in die betriebliche Alterssicherung integriert werden. Die AS-Investmentrente sei von gleicher ökonomischer Effizienz wie anglo-amerikanische pension funds, weise jedoch gleichzeitig ein höheres institutionelles Sicherheitsniveau auf.


Quelle und Kontaktadresse:
BVI Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften e.V. (BVI)
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Telefon: 069/1540900
Telefax: 069/5971406
E-Mail: info@bvi.de
Internet: www.bvi.de
(dvf)