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Pressemitteilung

Personalie: Wolfgang Apel als Präsident des Tierschutzbundes wieder gewählt

(Bonn) - Unter dem Moto „Tierschutz mit Herz und Verstand – wer nicht kämpft, kann nicht gewinnen. Wir kämpfen!“ fand am 21. Juni in Erfurt die Mitgliederversammlung des Deutschen Tierschutzbundes statt. Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Europas größter Tier- und Naturschutzorganisation mit 750.000 Mitgliedern, wurde erneut für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. In seiner Antrittsrede forderte er das Verbandsklagerecht für seriöse Tierschutzverbände und grundlegende Verbesserungen im Tierschutzrecht. Die Mitgliederversammlung, das höchste Beschlussgremium des Deutsche Tierschutzbundes, gibt ihm dabei Rückdeckung mit einer entsprechenden Resolution an die Bundesregierung. Im Zentrum der Forderungen: Das Staatsziel Tierschutz mit Leben zu füllen und die Agrarwende endlich konsequent durchzusetzen. Als Vizepräsidentin und Vizepräsidenten wieder gewählt wurden Dr. Brigitte Rusche, Leiterin der Akademie für Tierschutz, und Heinz Kourim. Ebenfalls im Amt bestätigt wurde der Schatzmeister, Dr. Hans-Hermann Lambracht.

Apel formulierte sein Programm und seine Ziele für die kommende Amtszeit: „Wir haben in den letzten Jahren für den Tierschutz bedeutsame Fortschritte errungen. Hierzu gehören der Beschuss zum Ausstieg aus der Käfighaltung für Legebatterien und die Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz. Das Staatsziel Tierschutz war ein Meilenstein. Jetzt jedoch müssen wir dafür kämpfen, dieses Staatsziel auch mit Leben zu füllen. Hierzu gehört das Verbandsklagerecht, das es uns ermöglicht, unsere Stimme für die Tiere zu erheben. Wir brauchen dringend Haltungsverordnungen für so genannte Nutztiere, in denen Tierschutzstandards berücksichtigt sind“, brachte Apel in wenigen Sätzen seine dringlichsten Ziele auf den Punkt.

Auf dem Programm des alten und neuen Präsidenten steht zudem ganz obenan, die Agrarwende auf den Prüfstand zu stellen. In einer Resolution bekräftigte die Mitgliederversammlung Apels Forderungen: Das Staatsziel Tierschutz muss mit Leben gefüllt und den seriösen Tierschutzverbänden das Verbandsklagerecht einzuräumen: „Wir benötigen dieses Instrument, um dem Tierschutzgesetz größere Effektivität zu verleihen und den Vollzug des Tierschutzes wirksam zu stärken“, erklärt Apel die Dringlichkeit, mit der er dieses Ziel verfolgt. „Die Verbandsklage bildet die Voraussetzung für eine Aufwertung des Tierschutzrechts dar. Sie würde uns ermöglichen, bei Missachtung des geltenden Tierschutzrechts zugunsten der betroffenen Tiere die Gerichte anzurufen. Denn: Wo kein Kläger, da kein Richter.“

Die zweite drängende Hauptforderung der Resolution: Endlich die Agrarwende konsequent in Angriff zu nehmen und tiergerechte Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft durchzusetzen. „Der vorliegende Entwurf der Schweinehaltungsverordnung ist katastrophal. Wir werden nicht hinnehmen, dass der Tierschutz hier fast völlig ignoriert wird. Hier werden wir in den nächsten Monaten mit groß angelegten bundesweiten Aktionen auf eine massive Überarbeitung drängen. Es dürfen keine Rückschritte hinter bereits erreichte Mindeststandards erfolgen. Gegen die Pläne des Landes Niedersachsen zur Rückkehr zur Käfighaltung werden wir massiven Widerstand leisten. Wir werden nicht nachlassen in unserem Kampf um die Festschreibung einer artgerechten Haltung“, kündigt Apel an. „Die angekündigte Agrarwende darf kein leeres Versprechen bleiben, sondern muss endlich mit der erforderlichen Konsequenz umgesetzt werden. Gleiches gilt auch für die Pelztierhaltungsverordnung.“

Zu den weiteren Programmpunkten, denen sich der Deutsche Tierschutzbund in den kommenden Monaten schwerpunktmäßig zuwenden wird gehört die Novellierung des Bundesjagdgesetzes, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. „Außerdem brauchen wir nach der Agrarwende auch eine Wende bei der Verwendung von Tieren in der Forschung und eine umfassende Förderung von Alternativmethoden in der Forschung“, so Apel weiter. „Im bislang noch völlig unreglementierten Heimtierbereich ist eine umfassende Regelung ebenfalls von grundlegender Bedeutung. Ein erster Schritt wäre hier die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen“, so Apel abschließend.

Ebenso gehört zu den Prioritäten die Unterstützung der Tierheime, die eine öffentliche Aufgabe wahrnehmen und von den Städten und Gemeinden kaum die erforderliche Unterstützung erhalten.


Der Wortlaut der Resolution der Mitgliederversammlung kann in der Pressestelle des Deutschen Tierschutzbundes abgefordert werden. Außerdem ist sie auf der Website des Deutschen Tierschutzbundes unter www.tierschutzbund.de zu finden.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Tierschutzbund e.V.
Baumschulallee 15, 53115 Bonn
Telefon: 0228/604960, Telefax: 0228/6049640
E-Mail: bg@tierschutzbund.de
Internet: www.tierschutzbund.de
(dvf)