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Pressemitteilung

Risiko 2. Lockdown: "Ein bundesweiter Lockdown setzt eine epidemische Lage von nationaler Tragweite voraus"

(München) - Wir schließen uns diesem Satz von Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, voll umfänglich an. Selbstverständlich seien dabei zwei Seiten zu beachten, so Dr. Yorck Otto, Präsident des Mittelstandsverbandes Union Mittelständischer Unternehmen e.V. - UMU - Wir Eigentümerunternehmer: "Weder lassen die aktuellen Zahlen über Infektionen und Mortalität noch die Auslastung von Intensivbetten in den Krankenhäusern einen bundesweiten Lockdown zu. Aber vor allem: Einen zweiten Lockdown würden weder unser Mittelstand noch unser Sozialsystem aushalten. Schon jetzt haben sehr viele kleine und mittlere Unternehmen wie auch selbständige "Einzelkämpfer" aufgeben müssen."

Bei einer kürzlichen Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie bei über 3.000 Klein- und Mittelbetrieben, trat eine weitere Erschwernis bei den innovativen und technologieorientierten Unternehmen hervor: Die Beschränkungen für Reisen zu Technologiepartnern, die für Kooperationen und zur Entwicklung neuer Produkte häufig zwingend sind.
Der Restart und die Neuorientierung in der deutschen Wirtschaft benötigen also nicht nur Geld durch Schulden oder Staatsbeteiligungen, sondern auch die menschliche Arbeitskraft, dynamische Kreativität und Innovationsleistung. Und das im gesunden Kollektiv, nicht im Home-Office.

Die UMU appelliert daher an die politisch Verantwortlichen, sehr behutsam mit den Ideen für einen neuen Lockdown zu verfahren. Die Risiken sind sehr groß und es ist gewiss, dass ein gutes Gesundheitssystem auch eine gesunde Wirtschaft benötigt. Bund und Länder müssen daher verbesserte koordinierte Handlungsfähigkeit beweisen, gemeinsam mit einer größeren Gruppe von Experten, um auch die regional unterschiedlichen Bedingungen und Voraussetzungen individuell zu gestalten.

Die Gesunden müssen geschützt werden - und das geht am besten durch flächendeckende Teststationen mit sehr kurzer Informationszeit, gerne auch in großen Betrieben. Die gegenwärtige Testkapazität, die Fehlerquote und die Informations- und Reaktionszeit sind noch unzureichend und gefährden jeden Aufschwung. Betriebliche Abläufe und Innovationen dürfen nicht durch Quarantänezeiten der Mitarbeiter behindert werden.

Diese länderbezogene Test-Logistik wird den Unternehmen und ihren Mitarbeitern sehr viel bringen. Neben den beschlossenen oder notwendigen Steuerreduktionen, die in unserem Hochsteuerland generell wichtig sind, also der Mehrwertsteuerreduktion, einer Abschaffung des Soli und einer wirksamen Entlastung bei der Einkommensteuer, die geeignet wäre, weitere Anreize zu schaffen.

Letztlich, so Yorck Otto, sollte auch die europäische Familie wieder näher in den Bereichen der gemeinsamen Forschung, Entwicklung und Lieferketten zusammenrücken, um im weltpolitischen Entscheidungsgeschehen nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten. Denn der Wirtschaftskrieg der USA mit China, die Umweltthematik und Digitalisierung waren auch vorher schon wesentlicher Bestandteil unserer Probleme von morgen.

Quelle und Kontaktadresse:
Union mittelständischer Unternehmen e.V. (UMU)
Pressestelle
Edelsbergstr. 8, 80686 München
Telefon: (089) 570070, Fax: (089) 57007260
E-Mail: info@umu.de
Internet: www.umu.de
(dvf, ds)