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Pressemitteilung

Welternährungstag: Wasserressourcen in den Blick nehmen

(Berlin/Peine) - Am 16. Oktober ist Welternährungstag. Er soll daran erinnern, dass Millionen Menschen auf der Welt an Hunger leiden. 821 Millionen Menschen seien, so berichtet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit Bezug auf den UN-Welternährungsbericht 2018, unterernährt. Ohne Wasser und Nahrung kein Leben - neben Zugang zu sauberem Trinkwasser sind Millionen von Kleinbauern auch auf Bewässerung ihrer Felder zur Nahrungsmittelproduktion angewiesen. "Wir müssen uns viel stärker bewusst machen, dass wir einen immensen Einfluss auf die Produktion von Lebensmitteln in anderen Ländern und damit auch auf die dortige Versorgungslage und den Zugriff auf die lokalen Ressourcen haben", sagt Hans-Hermann Baas, Vizepräsident der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW).

Wasserressourcen in den Blick nehmen

"Die Produktion unserer Lebensmittel verbraucht weltweit jede Menge Ressourcen - allen voran steckt sehr oft viel virtuelles Wasser darin", erinnert Baas, der auch Verbandsvorsteher des Wasserverbands in Peine ist. "Wir weisen bei unseren Wasserwerksführungen immer auf die Bedeutung von virtuellem Wasser hin. Schließlich beeinflussen wir als Verbraucher in Deutschland so die Wasserhaushalte in anderen Ländern ganz erheblich."

Mehr gegen den weltweiten Hunger tun

Daraus folge unsere besondere Verpflichtung, mehr gegen den weltweiten Hunger zu tun. Die Agar- und Handelspolitik müsse angepasst werden, um die lokalen Produzenten und Märkte zu stärken - in Deutschland, Europa und weltweit, führt Baas weiter aus. "Es muss Schluss damit sein, Lebensmittel minderer Qualität oder von der EU über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) subventionierte Lebensmittel in den ärmeren Drittländern in die Märkte zu drängen und damit die lokalen Wertschöpfungsketten außer Kraft zu setzen."
Für Baas braucht es mehr Bewusstsein und Solidarität. "Wir können auch die gewachsene Weltbevölkerung ernähren, das hat die Wissenschaft gezeigt. Aber eben nicht mit Überfluss wie z.B. zu viel Fleisch für einige, sondern mit regionalen Kreisläufen, die die Ressourcen nicht überstrapazieren und die Bevölkerung und ihre Bedürfnisse vor Ort in den Blick nehmen."

Menschenrecht auf Nahrung UND Wasser umsetzen

Obwohl das Recht auf Nahrung seit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 zu den anerkannten internationalen Menschenrechten gehört, erfordert seine Durchsetzung genau wie das deutlich jüngere Menschenrecht auf Wasser mehr politischen Willen und Anstrengung.
2010 haben die Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht verankert. "Wir müssen dieses Recht weltweit durchsetzen. Deshalb engagieren wir uns mit der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft für dieses Menschenrecht. Ganz bewusst haben wir dazu auch die europäische Bürgerinitiative 'Right2Water' unterstützt und tragen die Idee des Zugangs zu sauberem Wasser weiter", betont Baas als Vizepräsident der AöW. Denn auch nach fast zehn Jahren Menschenrechts-Status bleibt noch viel zu tun. Die Privatisierung von Wasser konterkariere genau diesen Gedanken. "Dagegen sprechen wir uns ganz nachdrücklich aus. Jeder Mensch müsse Zugang zu sauberem Wasser erhalten, das darf nicht vom Geldbeutel abhängig sein." In Deutschland stehe die AöW deshalb auch konsequent für die regionale Wasserversorgung in kommunaler Hand. "Unser öffentlich-rechtliches Modell, das die gute Versorgung der Menschen zum Ziel hat und gerade mit Wasser keine Gewinne erzielen will, kann ein gutes Vorbild für andere Länder sein. Beim Austausch mit ausländischen Delegationen bringen wir unser Know-how hier gern ein und werben für eine gute Daseinsvorsorge, nicht nur beim Wasser."

Quelle und Kontaktadresse:
Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V. (AöW)
Pressestelle
Reinhardtstr. 18a, 10117 Berlin
Telefon: (030) 39743606, Fax: (030) 39743683
E-Mail: presse@aoew.de
Internet: www.aoew.de/
(dvf, sf)