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Pressemitteilung

Zum Internationalen Tag des Kindes 2014 - Wünsche der Deutsche Kinderhilfe / Mehr Chancengleichheit für unsere Kinder erfordert auch mehr Chancengleichheit für unsere Erzieherinnen und Erzieher

(Berlin) - Am 01. Juni ist es wieder soweit: Wir begehen den internationalen Tag des Kindes 2014. Für die Deutsche Kinderhilfe - Die Kindervertreter e. V. ein guter Grund, auf besonders drängende Probleme in der Erziehung und Bildung unserer Kinder und die damit in Zusammenhang stehenden Probleme hinzuweisen.

Mittlerweile ist unbestritten, dass für Kinder im vorschulischen Bereich der Besuch einer Kindertagesstätte (KiTa) ein wichtiger Beitrag für mehr Chancengleichheit im späteren Leben ist.
Während immer noch bei nicht benachteiligten Kindern, die eine KiTa besucht haben, die Wahrscheinlichkeit, einmal ein Gymnasium zu besuchen*, um 38 Prozent höher ist als bei Kindern, die keine KiTa besucht haben, steigt diese Wahrscheinlichkeit bei benachteiligten Kindern sogar auf 65 Prozent an. Das seit 1. August 2013 bestehende Anrecht auf einen Kitaplatz war somit ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Das kann aber erst der Anfang gewesen sein.
Es bedarf darüber hinaus eines hoch motivierten und hoch qualifizierten Personals, das unseren Jüngsten eine bestmögliche Erziehung und vorschulische Bildung ermöglicht.

Die Deutsche Kinderhilfe stellt sich die Frage, wie es um die Chancengleichheit der Erzieherinnen und Erzieher unserer Kinder bestellt ist.
Für die vierjährige Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher gibt es nicht genügend staatliche Schulen, sodass junge Frauen und Männer in aller Regel an privaten Schulen für ihre Ausbildung nicht nur keine Ausbildungsvergütung erhalten, sondern darüber hinaus auch noch Schulgeld zu entrichten haben. Haben die meist jungen Absolventen ihre für so wichtig befundene Ausbildung dann abgeschlossen, werden sie oft sogar noch unter Tarif dafür entlohnt. Die Deutsche Kinderhilfe - Die Kindervertreter kann so viel Motivation nur bewundern. Von Bewunderung allein kann jedoch niemand leben und eine Familie ernähren.

Es war zu erwarten, dass in einer Studie** festgestellt wurde, dass Investitionen in sogenannte Frühe Hilfen für einen guten Start ins Leben am effizientesten sind. Gleich danach folgen Investitionen in die KiTa-Erziehung, die allerdings schon dreizehnmal so teuer sind wie der Einsatz Früher Hilfen. Weit abgeschlagen kommen Investitionen in Schulen. Diese kosten bereits vierunddreißig Mal so viel wie die in Frühe Hilfen. Es bedarf daher auch aus ökonomischen Gründen schnellstmöglich eines Umdenkens bezüglich der Investitionen aus unseren Steuergeldern.

Was die Ausgaben für das Personal betrifft, kann es nicht länger angehen, dass Erzieherinnen und Erzieher für ihre Ausbildung bezahlen müssen. Frau Bundesfamilienministerin Schwesig hat beim Pflegepersonal vollkommen richtig damit begonnen, diese vergleichbare Schieflage zu korrigieren. Nun gilt es, unsere Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland besser zu entlohnen.
Diese werden im Durchschnitt immer noch nach Entgeltgruppe 8 bezahlt. Dies entspricht dem Lohn von Angestellten/Beamten im mittleren Dienst. Grundschullehrerinnen und -lehrer werden für ihre Arbeit mit Grundschulkindern weitaus angemessener nach Entgeltgruppe 11 entlohnt. Dies wiederum entspricht dem Lohn von Angestellten/Beamten im gehobenen Dienst. Damit wird die wichtige Aufgabe von Grundschullehrern für unsere Kinder entsprechend anerkannt.

Die Deutsche Kinderhilfe fordert, die Gehälter von Erzieher/-innen denen von Grundschullehrer/-innen anzugleichen. Wie besser könnte die eine Milliarde für Kitas und Krippen des Familienministeriums genutzt werden?
"Es erschließt sich mir nicht, dass dem Grunde nach die Politikerinnen und Politiker aller Parteien unseres Landes sich der dargestellten Problematik bewusst sind und sie, die doch unsere Entscheider sind, lediglich fordern, diesen unhaltbaren Zustand schnellstmöglich zu ändern. Wer, wenn nicht die Politiker/-innen selbst haben die Aufgabe, in ihren Parteien eine Gesetzesvorlage zur Verbesserung oder Lösung der Problematik zu entwickeln, über die in unseren Parlamenten abgestimmt werden kann? Die Wählerinnen und Wähler sollten, wenn sie das nächste Mal ihre Stimme abgeben, wissen, wer sich konkret für eine bessere Entlohnung von Erzieher/-innen in unserem Land einsetzt", so Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe - Die Kindervertreter e. V.


* BASS-Studie (Gütersloh 2008) : Volkswirtschaftlicher Nutzen von frühkindlicher Bildung in Deutschland - Eine ökonomische Bewertung langfristiger Bildungseffekte bei Krippenkindern

**Meier-Gräwe/Wagenknecht "Expertise Kosten und Nutzen Früher Hilfen Eine Kosten-Nutzen-Analyse im Projekt "Guter Start ins Kinderleben", Nationales Zentrum für frühe Hilfen Köln 2011

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Kinderhilfe e.V.
Pressestelle
Schiffbauer Damm 40, 10117 Berlin
Telefon: (030) 24342940, Fax: (030) 24342949
E-Mail: presse@kinderhilfe.de
Internet: www.kinderhilfe.de
(dvf, cl)