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Pressemitteilung

'Prinzip Hoffnung' ist kein tragfähiges Öffnungskonzept

(Berlin) - "Innerhalb der nächsten beiden Wochen enden in über der Hälfte der Bundesländer die Ferien. Die Kultusministerien müssen deshalb nun schnellstmöglich Regeln aufstellen, transparent kommunizieren und stetig aktuell halten, wonach zu bewerten ist, wie mit Personen umzugehen ist, die in Risikogebieten Urlaub gemacht haben. Denn jene, die gestern im Wasser planschten, könnten in zwei Wochen Mitschülerinnen und Mitschüler, Lehrkräfte und Schulleitungen anstecken. Zumal an Schulen die Abstandsreglungen aufgehoben wurden. Wichtig bleibt deshalb, die Infektionsketten rasch zu unterbrechen, damit Schulen nicht zu Hotspots werden", fordert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

Beckmann wirft den Kultusministerien vor, sich zu sehr auf die Einhaltung ihres Versprechens eines Regelbetriebs zu konzentrieren: "Die Politik baut auf das 'Prinzip Hoffnung', dabei zeigen die steigenden Infektionszahlen doch, dass es bereits jetzt alternative Pläne geben muss. Wenn dem nicht so ist, wäre das mit Blick auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz aller an Schule Beteiligten grob fahrlässig." Er verweist auf die bereits im Juni vom VBE erhobene Forderung, dass die Kultusministerien verschiedene Szenarien entwerfen müssen, die unterschiedliche Verläufe der Pandemie und deren Auswirkungen auf Schule mitdenken. Für einen "normalisierten Schulbetrieb" müsse zum Beispiel darüber nachgedacht werden, die Stundentafel auszudünnen oder das Betreuungsangebot einzuschränken. Zudem müsse sich bei den Planungen stets an den vorhandenen Ressourcen orientiert werden. "Die Realität ist nämlich, dass es schon vor der Pandemie einen eklatanten Lehrkräftemangel gab, die Lerngruppen zu groß und die Klassenzimmer zu klein waren. Das fällt uns nun doppelt auf die Füße", kritisiert Beckmann.

In einer repräsentativen forsa-Umfrage des VBE, die kurz nach Beginn des Präsenzunterrichts Ende Mai 2020 durchgeführt wurde, konnte gezeigt werden, dass sich über ein Drittel der Lehrkräfte "weniger gut" oder "schlecht" geschützt fühlen. Lehrkräfte von Grundschulen sagten dies sogar zu 43 Prozent. Zur Erhöhung des subjektiven Sicherheitsgefühls könnte die freiwillige Testung auf das Corona-Virus beitragen. Drei Viertel der Lehrkräfte würden dies laut Umfrage befürworten.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
Pressestelle
Behrenstr. 24, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7261966-0, Fax: (030) 7261966-19
E-Mail: presse@vbe.de
Internet: www.vbe.de
(dvf, tr)