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Pressemitteilung

Deutsche Aktuarvereinigung legt neue Sterbetafel für Rentenversicherungen vor

(Köln) - Seit Einführung der jetzt gültigen DAV-Sterbetafel 1994 R für private Rentenversicherungen ist die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland weiter angestiegen. Gleichzeitig hat die Bedeutung der privaten Rentenversicherung stark zugenommen: Im Jahr 2003 entfielen ca. 46 Prozent des Neuzugangs an Lebensversicherungen – gemessen am laufenden Beitrag – auf Einzelrentenversicherungen und fondsgebundene Rentenversicherungen. Dem entsprechend ist der Anteil von Rentenversicherungen an der Gesamtzahl von Hauptversicherungen im Bestand der Deutschen Lebensversicherungsunternehmen von ca. 5 Prozent Ende 1996 auf ca. 16 Prozent Ende 2003 gewachsen. Nicht zuletzt infolge der Änderungen bei der Besteuerung von Lebensversicherungen ist damit zu rechnen, dass die Rentenversicherung in Zukunft für die deutschen Lebensversicherer ein noch wichtigeres Produkt sein wird.

Vor diesem Hintergrund hat es die DAV zur Sicherung der langfristigen Ansprüche der Kunden für notwendig gehalten, eine neue Sterbetafel für Rentenversicherungen zu erarbeiten. Grundlage dieser Arbeiten des Ausschusses Lebensversicherung der DAV waren

- Versichertendaten von über 20 Deutschen Lebensversicherern für die Jahre 1995 bis 2002

- Abgekürzte Bevölkerungsterbetafeln des Statistischen Bundesamtes für das frühere Bundesgebiet ab 1971/73 bis 1998/2000

- Daten der gesetzlichen Rentenversicherung für das frühere Bundesgebiet von 1986 bis 2002 für die Alter von 66 – 98 Jahren

- Die Analyse der einschlägigen internationalen Literatur.

Die Untersuchungen haben den in Deutschland herrschenden erfreulichen Trend zur höheren Lebenserwartung bestätigt. Sie haben darüber hinaus ergeben, dass dieser Trend bei privat rentenversicherten Personen noch stärker ausgeprägt ist als in der Gesamtbevölkerung. Ferner steigt die Lebenserwartung nicht nur bei Neugeborenen sondern zunehmend auch für höhere Alter deutlich.

Im Einzelnen haben die Berechnungen der DAV ergeben, dass heute mit einer wesentlich schnelleren Steigerung der Lebenserwartung zu rechnen ist als noch in der alten Sterbetafel 1994 R angenommen wurde. Ein Vergleich der neuen Sterbetafel DAV 2004 R mit der bisher gültigen Sterbetafel DAV 1994 R ergibt zum Beispiel für 65-jährige Personen im Jahr 2004 bzw. im Jahr 2040 folgende Werte:

Restliche Lebenserwartung im Alter 65

Männer im Jahr 2004: DAV 1994 R = 21 Jahre / DAV 2004 R = 24 Jahre
Männer im Jahr 2040: DAV 1994 R = 24 Jahre / DAV 2004 R = 30 Jahre

Frauen im Jahr 2004: DAV 1994 R = 25 Jahre / DAV 2004 R = 27 Jahre
Frauen im Jahr 2040: DAV 1994 R = 28 Jahre / DAV 2004 R = 34 Jahre

Gemäß der bisher gültigen Sterbetafel 1994 R steigt die Lebenserwartung 65-jähriger Männer zwischen 2004 und 2040 um durchschnittlich einen Monat pro Jahr, für Frauen um durchschnittlich 1,2 Monate. Mit der neuen Sterbetafel 2004 R ergeben sich wesentlich höhere Steigerungen von 2,2 Monaten pro Jahr für Männer und 2,1 Monaten pro Jahr für Frauen. Hatte zum Beispiel ein 65-jähriger Mann nach der Sterbetafel von 1994 noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 21 Jahren, sind es nach der neuen Tafel bereits 24 Jahre. Bei Frauen steigen die Werte von 25 auf 27 Jahre.

Die DAV schlägt vor, die neuen Rechnungsgrundlagen im Neugeschäft ab 1.1.2005 zugrunde zu legen, damit Vorsorge für entsprechend längere Rentenzahlungen getroffen wird. Natürlich ist die Höhe des sich daraus ergebenden Beitragsanstiegs unternehmensindividuell verschieden. Im Durchschnitt dürften die Beiträge für sofort beginnende Rentenversicherungen jedoch um weniger als 10 Prozent steigen, die Beiträge für aufgeschobene Rentenversicherungen können bei Frauen um bis zu etwa 12 Prozent und bei Männern um etwa bis zu 20 Prozent höher ausfallen.

Die höhere Lebenserwartung erfordert auch eine entsprechende Auffüllung der Reserven für die Rentenbestände. Gerechnet wird mit einem höheren Reservebedarf für das Jahr 2004 von ca. 2,5 Prozent und in den kommenden Jahren gut 0,1 Prozent der Deckungsrückstellung pro Jahr. Dies hat keinen Einfluss auf die garantierten Rentenleistungen für die Kunden. Betroffen sind jedoch die Überschussbeteiligungen.

Zusammengefasst:
Erfreulicherweise ist die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland in den letzten 10 Jahren weiter angestiegen. Noch stärker erhöht hat sich die Lebenserwartung der privat rentenversicherten Personen. Deshalb müssen die Lebensversicherer Vorsorge dafür treffen, dass die Kunden im Durchschnitt länger Rentenzahlungen erhalten als bisher angenommen. Entsprechend müssen im Neugeschäft die Beiträge und im Bestand die Überschussleistungen angepasst werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsche Aktuarvereinigung e.V. (DAV)
Unter-Sachsenhausen 33, 50667 Köln
Telefon: 0221/9125540, Telefax: 0221/91255444
E-Mail: info@aktuar.de
Internet: www.aktuar.de
(dvf)