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Pressemitteilung

KGSH zum bevorstehenden Ärztestreik / Finanzlage der Kliniken nicht ignorieren

(Kiel) - Die Forderungen des Marburger Bundes nach massiven Gehaltserhöhungen für Krankenhausärzte sieht die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH) mit großer Sorge.

Zur laufenden Urabstimmung über einen Ärztestreik an den kommunalen Krankenhäusern weist KGSH-Geschäftsführer Bernd Krämer auf die wirtschaftliche Situation der Kliniken im Norden hin. Seit Jahren wird die Lage für die Krankenhäuser immer angespannter. Die Einnahmen sind mittlerweile seit fast fünfzehn Jahren gedeckelt. Das bedeutet, dass bereits die Tarifabschlüsse der Vergangenheit nicht finanziert wurden.

Allein in den vergangenen drei Jahren stiegen die Tarifgehälter um gut fünf Prozent, während die Budgets nur um gut ein Prozent angehoben wurden. In einem mittelgroßen Krankenhaus kam dadurch ein Finanzierungsdefizit von mehr als einer Million Euro zustande.

Die Krankenhausleitungen wurden durch diese Entwicklung in der Vergangenheit bereits zu teilweise schmerzhaften Sparmaßnahmen gezwungen. Zurecht wird eine extreme Leistungsverdichtung in den Kliniken beklagt. Ein weiterer Personalabbau wird ohne Leistungseinschränkungen nicht mehr möglich sein. Falls die Gehälter der Ärzte um beispielsweise zehn Prozent angehoben würden, resultieren daraus für ein mittelgroßes Krankenhaus zusätzliche Belastungen von rund einer Million Euro. Diese Summe entspricht den Kosten für mehr als zwanzig Krankenpflegepersonen.

Besonders kritisch ist die Lage der Krankenhäuser in Schleswig-Holstein durch die bereits in der Vergangenheit knappen Krankenhausbudgets. So führt die Tatsache, dass zwischen Nord- und Ostsee besonders sparsam gewirtschaftet wurde, zu im Vergleich mit den anderen westlichen Bundesländern niedrigen Fallpauschalen. Pro Fall stehen etwa zehn Prozent weniger Geld als beispielsweise in den Stadtstaaten zur Verfügung.

"Wenn die kommunalen Arbeitgeber den Forderungen des Marburger Bundes nachgeben, bleiben die Krankenhäuser auf den Mehrkosten sitzen. Weder Gesetzgeber noch Krankenkassen werden zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen", befürchtet Bernd Krämer. Ohnehin kommt durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf die Krankenhäuser im nächsten Jahr eine Kostenlawine zu, die ebenfalls nicht gedeckt ist. Pro Krankenhaus geht es hier um eine viertel bis halbe Million Euro. Auch die Kostenexplosion für Energie mussten die Krankenhäuser selbst tragen.

Mit Sorge betrachtet der KGSH-Geschäftsführer, daß der Streit um die Arztgehälter Konflikte zwischen den Berufsgruppen schürt. "Ich habe Verständnis für die Befürchtung der Pflegeberufe, zum Leidtragenden einer Bevorzugung der Ärzte zu werden", so Krämer. Die langfristigen Folgen dieser Entwicklung seien noch gar nicht abzusehen.

Gerade die Einkommen junger Ärzte wurden erst kürzlich deutlich verbessert. Durch die Abschaffung des "Arztes im Praktikum" im Oktober 2004 haben die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein rund zehn Millionen Euro pro Jahr zusätzlich ausgegeben. Weitere rund zehn Millionen Euro werden für unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitszeitbedingungen ausgegeben. Auch hiervon profitieren in erster Linie die Klinikärzte.

Quelle und Kontaktadresse:
Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein e.V. (KGSH)
Ulrike Petersen, Pressereferentin
Feldstr. 75, 24105 Kiel
Telefon: (0431) 8810510, Telefax: (0431) 8810515
E-Mail: presse@kgsh.de
Internet: www.kgsh.de
(dvf, sk)