Pressemitteilung |

Arbeitgeber veranstalten tarifpolitischen Karneval / Warnstreiks vorbereitet

(Berlin) - Bundesweit gibt es ab kommenden Samstag Warnstreiks der Bahnbeschäftigten. Entsprechende Aktionen beschlossen am 26. Februar abends die zuständigen Gremien der Verhandlungsgemeinschaft Gewerkschaft TRANSNET und Verkehrsgewerkschaft GDBA. Zuvor waren die Tarifverhandlungen für rund 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn AG erneut ohne Annäherung vertagt worden. "Wir müssen den Druck auf die Arbeitgeberseite jetzt spürbar erhöhen", erklärten TRANSNET-Chef Norbert Hansen und GDBA-Vize Heinz Fuhrmann.

Das Arbeitgeberlager hatte auch in der Verhandlungsrunde am 26. Februar kein konkretes Angebot vorgelegt. Noch immer wird eine lange Laufzeit von 36 Monaten verlangt. Außerdem soll nur ein Inflationsausgleich gezahlt werden. "Die Arbeitgeber veranstalten tarifpolitischen Karneval", kritisierte Hansen mit Blick auf die stockenden Gespräche. Ein Angebot und ernstgemeinte Verhandlungen könnten nicht davon abhängig gemacht werden, ob ein Schlichtungsabkommen abgeschlossen werde.

Hansen und Fuhrmann warfen Bahnchef Hartmut Mehdorn vor, er wolle "die Tarifverhandlungen offenbar über die Medien und die Öffentlichkeit führen." Anders sei nicht zu erklären, dass der Manager in einem Zeitungsinterview ein Friedensangebot unterbreite, dann aber in den eigentlichen Verhandlungen davon nichts mehr zu hören sei. TRANSNET und GDBA bestünden auf ihren Forderungen. "Dazu zählen fünf Prozent höhere Einkommen, die volle Angleichung der Ost-Gehälter an die im Westen und die Zahlung von Zulagen für Auszubildende", erklärten beide. Außerdem solle der neue Tarifvertrag eine kurze Laufzeit von 12 Monaten haben.

Die Beschäftigten seien inzwischen "stinksauer" auf die Hinhaltetaktik des Unternehmens. Sie seien nicht bereit, "ihre Einkommen dem Dogma eines Börsengangs" unterzuordnen. Deshalb werde es jetzt bundesweit zu Warnstreiks kommen. Ihre Gewerkschaften setzten dabei auf eine "Überraschungstaktik." Die befristeten Ausstände würden "spontan, beweglich und wirkungsvoll organisiert", kündigten der TRANSNET-Chef und der GDBA-Vize an.

Die ersten Warnstreiks werde es nach dem Ende der Friedenspflicht bereits am Samstag geben. In der kommenden Woche würden die Aktionen dann jeden Tag fortgesetzt. "Wir werden voraussichtlich alle Bundesländer einbeziehen." Allerdings werde es Schwerpunktaktionen geben.

Die Verhandlungen werden am 6. März in Berlin fortgesetzt. "Wir erwarten, dass sich die Arbeitgeber dann endlich bewegen", erklärten Hansen und Fuhrmann. Sollte es ein weiteres "Zaudern, Zögern, Zermürben" geben, seien beide Gewerkschaften in der Lage, ihre Aktionen "massiv auszuweiten und zu verstärken, um den Druck zu erhöhen."

Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft TRANSNET Pressestelle Chausseestraße 84 10115 Berlin Tel.: 030/424390-70 Fax: 030/424390-71

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