Pressemitteilung | Bauherren-Schutzbund e.V.
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Barrierefrei Bauen und Wohnen - große Herausforderung für heute und morgen / Scharfe Kritik zur angekündigten Streichung des KfW-Programms "Altersgerecht Umbauen" mit dem Bundeshaushalt 2012 / Bauherren-Schutzbund e.V. präsentiert neues Beratungsangebot "Barrierefrei Bauen & Wohnen"

(Berlin) - 83 Prozent der aktuell 11 Millionen Seniorenhaushalte haben bereits einen erheblichen Bedarf an Anpassung des Wohnraums. Da auch der Anteil der Menschen mit Einschränkungen wächst, werden Umgestaltungen zwingend notwendig. Laut der aktuellen Studie "Wohnen im Alter" des Kuratoriums Altenhilfe besteht kurzfristig ein Mehrbedarf von 2,5 Millionen altersgerechten Wohnungen - bis 2020 wird dieser Bedarf auf etwa drei Millionen steigen. Bereits heute sind 16 Millionen Bürger in Deutschland älter als 65 Jahre.
Deshalb zählen Klimawandel und demographische Entwicklung der Bevölkerung zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft.


Fördern statt kappen

Vor diesem Hintergrund und angesichts der gegenwärtigen Haushaltsdebatte im Bundestag übt der Bauherren-Schutzbund e.V. scharfe Kritik an der beabsichtigten Streichung des KfW-Förderprogramms "Altersgerecht Umbauen". Alle Erfahrungen belegen, dass die Schaffung von barrierefreien Wohnungen und die Verwirklichung der Ziele bei der energetischen Modernisierung ohne wirkungsvolle und nachhaltige Förderung nicht erreichbar sind. Private Bauherren und Wohneigentümer brauchen ebenso Planungssicherheit und langfristig stabile Rahmenbedingungen wie die Bau- und Immobilienwirtschaft.
"Angesichts der Brisanz des Themas ist es notwendig dieses Förderprogramm auszubauen und es sinnvoll mit Förderungen zur energetischen Sanierung zu verbinden, anstatt es zu kappen", fordert Peter Mauel, 1. Vorsitzender des Bauherren-Schutzbundes. "Bauherren und Wohneigentümer sollten durch Förderung zu privaten Investitionen ermutigt werden."


Neues Beratungsangebot "Barrierefrei Bauen & Wohnen"

Neue Ansprüche an Wohnformen, Ausstattung und Wohnungsgrößen: Zukünftig dominieren älter werdende Bevölkerungsgruppen mit veränderter Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum. Da die große Mehrheit der Senioren wünscht, in ihrer Wohnung zu bleiben und ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter führen zu können, wachsen die Anforderungen an barrierefreies Bauen im Alt- und Neubau. Das tangiert sowohl Mieter als auch selbstnutzende Wohneigentümer. 52 Prozent der Bevölkerung lebt in Wohneigentum. Der Bauherren-Schutzbund e.V. hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bauforschung e.V. (IFB) Hannover ein Beratungsangebot "Barrierefrei Bauen & Wohnen" entwickelt. Dieses neue Angebot für die Verbraucherberatung richtet sich speziell an private Bauherren im Alt- und Neubau, an Immobilienerwerber, selbstnutzende Wohneigentümer und Eigentümergemeinschaften.


Höhere Wohnqualität und barrierearmer Wohnkomfort für jung und alt

Barrierefreies Bauen ist zudem eine gesellschaftliche Notwendigkeit - kein "privilegiertes" Bauen, sondern Bauen für alle. "Fast jeder Mensch ist schon einmal an Barrieren geraten, sei es als Kind vor hohen Klingelknöpfen, als Eltern mit Kinderwagen vor der U-Bahn-Treppe oder nach einem Unfall mit eingeschränkter Mobilität", erläutert Dipl.-Ing. Heike Böhmer, Direktorin des Instituts für Bauforschung e.V. Hannover. "Dass Menschen von Orten oder Dingen ausgeschlossen sind, die anderen zugänglich sind, liegt nicht immer an eingeschränkten Fähigkeiten, sondern häufig an künstlich geschaffenen Barrieren. Eine barrierefreie Umwelt ist für alle komfortabel."


Scheu überwinden, unabhängig beraten und Hilfe leisten

Haus- und Wohnungseigentümer scheuen oft davor zurück, sich mit dem Thema Alter oder Krankheit zu beschäftigen, weil Gedanken daran unangenehm und Umbauten teuer sind. Das neue Beratungsangebot des Bauherren-Schutzbundes "Barrierefrei Bauen & Wohnen" hilft, solche Vorbehalte zu überwinden. Es zielt mit gründlicher Beratung für Vorbereitung und Umsetzung von Baumaßnahmen auf die individuellen Bedürfnisse und die soziale Situation von Bauherren und Wohneigentümern und ihren Familien. Nachhaltige Lösungen werden angestrebt. Alle Entscheidungen sind auf Basis einer sozialen Anamnese im Vorfeld sorgfältig abzuwägen. Ein Stufenprogramm verschiedener Maßnahmen ist möglich. "Oft", so die Erfahrung der BSB-Bauherrenberaterin Renate Schulz aus München, "helfen bereits kleinere bauliche und organisatorische Veränderungen zur Barrierereduzierung."


Verbindliche vertragliche Vereinbarungen

Bau- und Kaufverträge und besonders die Bau- und Leistungsbeschreibungen müssen auf eine genaue Darstellung des gewünschten oder benötigten barrierefreien oder barrierereduzierten Standards geprüft werden. Die Details sind vertraglich festzuschreiben. Auch das Wohnumfeld ist in diese Prüfung einzubeziehen. Zu prüfen ist genauso die Möglichkeit, Wohnungen später den differenzierten Bedürfnissen der Bewohner flexibel und mit geringem Kostenaufwand anzupassen. Nicht selten aber sind gerade Angaben zur Barrierefreiheit allgemein und unverbindlich gehalten, macht der BSB aufmerksam. Darum sind Bau- und Kaufverträge daraufhin zu checken, ob sie den Anforderungen an barrierefreies Planen und Bauen genügen.


Qualitätsstandards zum Maßstab machen

Gemeinsam mit dem IfB Hannover hat der Bauherren-Schutzbund Qualitätsstandards für barrierefreies Bauen zusammengefasst und diese jetzt auch der baubegleitenden Qualitätskontrolle zugrunde gelegt. Diese Kontrollen sind seit langem sowohl für Bauherren als auch für ausführende Unternehmen zu einer wesentlichen Voraussetzung für ein qualitätsvolles und normgerechtes Bauergebnis geworden. Auch beim barrierefreien Bauen sollten mit der Ausführung nur Planer und Firmen mit entsprechender fachlicher Kompetenz beauftragt werden.

"Mit dem neuen Serviceangebot des BSB und den unter wissenschaftlicher Begleitung erarbeiteten Beratungsstandards verfügt unsere Verbraucherschutzorganisation über ein wirksames Instrument, barrierefreies Planen und Bauen voranzubringen und sich so gesellschaftlichen Notwendigkeiten zu stellen," schätzt Peter Mauel ein. "Eine verbindliche Qualität muss auch in diesem zukunftsträchtigen Baubereich zum Maßstab werden."

Quelle und Kontaktadresse:
Bauherren-Schutzbund e.V. Pressestelle Kleine Alexanderstr. 9/10, 10178 Berlin Telefon: (030) 3128001, Telefax: (030) 31507211

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