Basel III hemmt Kreditvergabe an Mittelstand / Aufschwung nicht durch neue Vorgaben gefährden
(Berlin) - Die Verschärfung der Eigenkapitalanforderungen durch Basel III könnte erneut zu Engpässen bei der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen führen, davor warnt der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Spitzenverband der privaten Immobilienwirtschaft, anlässlich des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in Seoul. "Die Kreditvergabe stellt als Investitionshemmnis eines der größten Risiken für die derzeitige konjunkturelle Erholung dar", erklärt BFW-Präsident Walter Rasch. "Zwar hat sich die Finanzierungssituation etwas entspannt, ist aber längst nicht wieder auf dem Niveau vor der Finanzmarktkrise. Diese hat gezeigt, dass wir einen verlässlichen Ordnungsrahmen für das globale Finanzsystem benötigen, jedoch warnen wir dringend davor, erhöhte Finanzierungsbarrieren aufzubauen, die Investoren und damit den wirtschaftlichen Aufschwung nachhaltig hemmen", so Rasch weiter. Es sei absehbar, dass mit der neuen Regelung Kreditkosten für den Mittelstand steigen würden und das Kreditangebot weiter zurückgehe. Dringend notwendig sei daher, auch die Durchführung einer Studie zur Folgenabschätzung für die Mittelstandsfinanzierung durch die EU, fordert der BFW-Präsident.
Rasch kritisiert außerdem, dass zentrale beratende Staaten wie die USA noch nicht einmal die Regelungen von Basel II umgesetzt hätten und nun eine zusätzliche Verschärfung der Eigenkapitelrichtlinien fordern. Dies sei vor dem Hintergrund, dass die Finanzmarktkrise von den USA ausgegangen sei, völlig unverständlich. "Eine Situation wie bei Basel II darf sich nicht wiederholen. Mit einer einseitigen europäischen Umsetzung wäre niemandem geholfen. Im Gegenteil: Dadurch würden erhebliche Wettbewerbsverzerrungen im Bankensektor entstehen", warnt der BFW-Präsident.
Für die deutsche Wohnungs- und Immobilienwirtschaft mit einem strukturbedingt hohen Fremdfinanzierungsanteil sei es wichtig, dass Bankfinanzierungen möglich bleiben. Denn sie seien die notwendige Voraussetzung für wohnungswirtschaftliche Investitionen und damit auch für zahlreiche Arbeitsplätze im Handwerk sowie der mittelständischen Wirtschaft.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW)
Miriam Herke, Pressesprecherin
Kurfürstendamm 57, 10707 Berlin
Telefon: (030) 32781-0, Telefax: (030) 32781-299
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