BLLV fordert: Stufenplan für flexible Grundschule / Der Ausbau erfolgt zögerlich und kann nur gelingen, wenn die Voraussetzungen / stimmen / BLLV-Präsident: "Pädagogische Vorteile von früher Selektion überschattet"
(München) - Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) begrüßt die Ausweitung der flexiblen Grundschulen und fordert, in einem Stufenplan festzulegen, bis zu welchem Zeitpunkt der bedarfsgerechte Ausbau abgeschlossen sein sollte. Voraussetzung für ein für alle Beteiligten erfolgreiches Gelingen sei zudem beste Ausstattung der Schulen mit Personal und Zeit. "Die Klassen müssten klein bleiben, Differenzierungsstunden dürften nicht gestrichen werden und die Lehrkräfte müssten Ausgleichsstunden für den Mehraufwand erhalten", betonte Wenzel. "In den bislang 20 und nun bald 80 Modellschulen, finanziell unterstützt vom Bildungspakt Bayern, herrschten freilich passable Bedingungen - "es muss sichergestellt sein, dass es die auch am Ende des Ausbauplanes für alle beteiligten Grundschulen geben wird."
In flexiblen Grundschulen werden Schüler/innen der ersten und zweiten Klasse zusammengefasst. Sie können die Eingangsstufe in ein, zwei oder drei Jahren absolvieren. Jedes Kind bekommt dadurch die Zeit, die es braucht. Dabei sei es wichtig, dass alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen bestens auf ihre neuen Aufgaben und Herausforderungen vorbereitet werden und günstige Lern- und Arbeitsbedingungen zur Verfügung stehen.
Derzeit schlagen sich die Grundschulen in Bayern mit einem eklatanten Personalmangel herum. Es fehlt an Fachpersonal, nach wie vor liegt die Teilungsgrenze der ersten Jahrgangsstufen bei 29 Schülern/innen. Pro Klasse steht nur eine Lehrkraft zur Verfügung, die Lehrpläne sind nach wie vor standardisiert. "Das heißt, sie können nicht individuell zugeschnitten werden", erklärte Wenzel. "Diese Tatsachen zeigen deutlich auf, was geschehen müsste, damit die flexible Grundschule flächendeckend funktionieren kann: Die Schulen brauchen deutlich mehr Geld und mehr Personal."
Die flexible Grundschule müsse die Möglichkeit haben, sich intensiv an einem anspruchsvollen Lern- und Leistungsbegriff zu orientieren und dürfe nicht durch zu frühe Sortierung in ihrem Bildungsauftrag gestört werden. "Die Förderkultur, bei der jedes Kind sein individuelles Tempo gehen kann, wird abrupt beendet, wenn es zehn Jahre alt ist und die vierte Jahrgangsstufe absolviert hat. Das führt dazu, dass die gesamte Grundschulzeit - flexibel gestaltet oder nicht - von der zu frühen Selektion überschattet wird."
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Pressestelle
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155
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