Pressemitteilung |

„Die deutsche Busbranche geht in die Offensive“ / Sofortmaßnahmen zur Sicherheit der Reisenden und zum Schutz des Gewerbes

(Berlin) - Die tragischen Busunglücke in Ungarn und Frankreich haben die deutsche Busbranche schwer getroffen. Vor diesem aktuellen Hintergrund wird eine Diskussion entfacht, die den Eindruck entstehen lässt, dass nunmehr eine gesamte Branche in Verruf gerät, die in ihrer übergroßen Mehrheit einen seriösen Mittelstand repräsentiert. Weiterhin sind Fahrgäste zunehmend skeptisch und verunsichert. Es besteht die Gefahr, dass kleine- und mittelständische Busunternehmen an den Rand der Existenz gedrängt werden können. Dem gilt es massiv entgegenzutreten und zugleich die wenigen „Schwarzen Schafe“ langfristig aus dem Verkehr zu ziehen.

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (bdo) hat deshalb am 21. Mai folgende Maßnahmen und politische Forderungen, die sowohl dem Reisegast und der Busbranche auch zukünftig ein vertrauensvolles Miteinander garantieren, beschlossen:

1.Zukünftig wird der bdo gemeinsam mit seinen Landesverbänden ein Sicherheitszertifikat herausgeben, welches sichtbar an den Reisebussen angebracht werden soll. Dadurch wird für den Fahrgast eindeutig zu erkennen sein, dass er mit einem Busunternehmen die Reise antritt, welches seriös ist und alle gesetzlichen Bestimmungen einhält. Dies betrifft insbesondere die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie den Nachweis, alle gesetzlich vorgeschriebenen technischen Untersuchungen einzuhalten. Erkennbar wird durch dieses Zertifikat auch, ob der Fahrer an Sicherheitsschulungen teilgenommen hat. Um dieses Zertifikat zu erhalten, muss der Busunternehmer eine Selbstverpflichtungserklärung abgeben. Eine ad hoc-Arbeitsgruppe wird hierzu in Kürze alle Details rarbeiten.

2.Der bdo hat einen 10-Punkte-Katalog formuliert, durch den der Buskunde erkennen kann, ob er sich an ein seriöses Unternehmen bindet. In nächster Zeit werden in den Busunternehmen und in den Landesverbänden Informationsblätter abrufbar sein.

3.Der bdo fordert nachhaltig die entsprechenden staatlichen Stellen auf, drastischere Strafen gegen Unternehmen zu verhängen, die sich nicht an die gesetzlichen Vorschriften halten. Solche Unternehmen sollen zukünftig keine Lizenz mehr erhalten.

4.Der bdo fordert eine Gehmigungspflicht nach dem Personenbeförderungsgesetz für Reiseveranstalter die Busreisen durchführen und keine eigenen Busse besitzen. Dies betrifft „Werbeverkaufsfahrten“ und „Gewinnspielreisen“.

5.Die Ergebnisse der Anhörungen der Genehmigungsbehörden sollen den bdo-Landesverbänden schnellstmöglich bekannt gegeben werden. Somit kann rechtzeitig ausgeschlossen werden, dass sich dubiose Unternehmen im Markt befinden.

Die neuesten amtlichen Statistiken weisen für das Jahr 2001 mehr als 500.000 Verletzte bei Straßenverkehrsunfällen aus. Davon verunglückten knapp 7.000 Personen tödlich. Lediglich 11 Personen davon waren Businsassen. Bei allen Unfällen wurden insgesamt knapp 9.000 verschiedene Ursachen gezählt. Bei Busunfällen mit tödlich verletzten Personen wurde nur in einem Fall die Unfallursache auf Übermüdung eines Busfahrers zurückgeführt. Die von der Gewerkschaft verdi in die Öffentlichkeit getragenen Behauptungen, wonach Busfahrer häufig ihre Lenk- und Ruhezeiten nicht einhalten würden und dadurch oftmals Unfälle verursachen, entbehren somit jeder Grundlage.

Hintergrundinformationen

Trotz der beiden tragischen Unglücke ist der Bus das sicherste Personentransportmittel. Jährlich legen rund 80 Millionen Fahrgäste damit knapp 28 Milliarden Personenkilometer zurück. Dabei ist das Risiko mit einem Bus tödlich zu verunglücken gegenüber Pkw und Motorrad 62mal und gegenüber Bahn und Flugzeug siebenmal bzw. sechsmal geringer. Die Beteiligung eines Omnibusses an allen Unfällen mit Personenschaden liegt bei 1,5 Prozent.

Die neuesten amtlichen Statistiken weisen für das Jahr 2001 mehr als 500.000 Verletzte bei Straßenverkehrsunfällen aus. Davon verunglückten knapp 7.000 Personen tödlich. Lediglich 11 Personen davon waren Businsassen. Bei allen Unfällen wurden insgesamt knapp 9.000 verschiedene Ursachen gezählt. Bei Busunfällen mit tödlich verletzten Personen wurde nur in einem Fall die Unfallursache auf Übermüdung eines Busfahrers zurückgeführt. Die von der Gewerkschaft verdi in die Öffentlichkeit getragenen Behauptungen, wonach Busfahrer häufig ihre Lenk- und Ruhezeiten nicht einhalten würden und dadurch oftmals Unfälle verursachen, entbehren somit jeder Grundlage.

Warum ist der Bus das sicherste Verkehrsmittel? Die in Deutschland zugelassenen Busse verfügen über einen sehr hohen sicherheitstechnischen Standard. Anders als der Pkw muss der Bus jährlich zur Hauptuntersuchung und wird zusätzlich vierteljährlich technisch überprüft. Er besitzt drei unabhängig voneinander wirkende Bremssysteme, die auch einmal jährlich einer Extrakontrolle unterzogen werden. Auch die technische Bauweise der Busse entspricht einem sehr hohen Standard.

Die Busunternehmen werden bezüglich der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften durch die Gewerbeaufsichtsämter, die Landespolizei und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) flächendeckend kontrolliert. Bezüglich der Kontrolldichte und Kontrollhäufigkeit liegt Deutschland im Vergleich zu allen anderen europäischen Staaten weltweit an der Spitze. Ab Januar 2004 wird der vollelektronische digitale Fahrtenschreiber eingeführt, mit dem eine Überwachung der Sozialvorschriften noch besser und lückenlos gewährleistet werdenkann.

Ebenfalls zugunsten der Sicherheit absolvieren Busfahrer regelmäßig Fahrerschulungen und Sicherheitstrainings und müssen ihre Fahrfähigkeit nachweisen. Der bdo konnte bisher über 5.200 Fahrer auszeichnen, die mindestens fünf Jahre unfallfrei gefahren sind und in den letzten zwei Jahren - vor der Auszeichnung - an mindestens einer Sicherheitsschulung teilgenommen haben.

Für die Sicherheit der Fahrgäste wird somit bereits seit Jahren sehr viel vom Gesetzgeber und dem bdo getan. Nicht umsonst sprechen die Statistiken eine eindeutige Sprache.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer e.V. (bdo) Reinhardtstr. 25 D-10117 Berlin Telefon: 030-24089 300 Telefax 030-24089 400

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