Pressemitteilung | Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e. V. (DVPT)

DVPT fordert Mobilfunk-Branche zum Umdenken auf / Vertrauen der Verbraucher in mobile Datendienste nachhaltig erschüttert / EU-Entscheidung für günstigere Mobilfunk-Auslandstarife begrüßt / Maßnahme zur Vermeidung von "Schock-Rechnungen" nicht ausreichend

(Offenbach) - Der DVPT (Deutscher Verband für Post Informationstechnologie und Telekommunikation e.V.) hat die geplanten Preissenkung bei den Roamingkosten im Mobilfunk durch die EU-Kommission heute (11. März 2009) begrüßt. "Das ist ein klares Signal der Kommission an die Verbraucher, dass die Mobilfunkanbieter hier bislang bei den Preisen deutlich überzogen haben", erklärte Verbandsvorstand Hans Joachim Wolff heute (11. März 2009) in Offenbach. Der Verband wertete die EU- Maßnahme zur Vermeidung von Schockrechungen aber als völlig unzureichend.

"Wenn ein Kunde viel im Ausland telefoniert, dann muss er damit rechnen, bei seiner Ankunft zu Hause eine unter Umständen deutlich erhöhte Rechnung zu haben, dies selbstverständlich auch nach den Vorschlägen der Kommission. Die "Schock-Rechnungen" sind in der Vergangenheit hauptsächlich durch die Mobile Datennutzung entstanden, und zwar vielfach durch den Kunden unbemerkt", erläutert Wolff. Daran würden auch die aktuellen Vorschläge der EU nicht wesentlich etwas ändern. "Wenn ich nicht merke, dass mein Handy wie gewohnt automatisch E-Mails abfragt oder sich mit Terminkalendern synchronisiert, werde ich bei Übertragungskosten von 1 Euro je MB nach zwei Wochen Auslandsaufenthalt genau die gleiche "Schockrechnung" auf dem Tisch haben, wie bisher.

Wenn die Mobilfunkanbieter ernsthaft an der massenhaften Nutzung des mobilen Internet interessiert seien und dies, wie auf der gerade beendeten Computermesse Cebit, als den Trend der Zukunft ausgemacht hätten, müssten sie über entsprechende Datentarife für das In- und Ausland erst einmal das Vertrauen ihrer Kunden wieder herstellen, zeigt sich Wolff überzeugt. "Jeder weiss mittlerweile, dass die Datenflatrate auch für das Ausland nur eine Frage der Zeit ist. Das Geld wird zukünftig über den Content verdient", sagt der Verbands-Chef. Die zuletzt auf der CeBIT wieder proklamierten Geschäfte mit mobilen Web-Inhalten (Content) und dem allgemein als neuen Trend ausgemachten sogenannten "Cloud Computing" (das Web als Arbeitsplattform) kämen nur ans Laufen, wenn die Kunden bei der Smartphone- oder Laptop-Nutzung nach dem Überschreiten einer europäischen Landesgrenze am Monatsende - ohne ihr Zutun - nicht plötzlich mit einer Rechnung über mehrere hundert Euro konfrontiert würden. "Netzbetreiber und Gerätehersteller sind hier in der Pflicht, die Endgeräte und die Tarife so einfach und transparent zu gestalten, dass dies ausgeschlossen ist", mahnt der Verbandschef aus Sicht der Verbraucher.

"Vertrauen fördert Wachstum", sei hier derzeit die gebotene Devise. Der DVPT forderte die Mobilfunkunternehmen auf, ihr Dinosaurier-Verhalten abzulegen und jetzt endlich die für das mobile Internet der Zukunft erforderlichen Preisstrukturen zu schaffen. "Die Abschöpfungsstrategien der Unternehmen in den vergangenen Jahren haben die Nutzung mobiler Datennutzung erheblich verzögert und mögliche Mehreinnahmen für die Dienstanbieter und Netzbetreiber verhindert. Jetzt den nicht mehr zu verhindernden Schritt unmittelbar zu gehen und auch für die Auslandnutzung eine Flatrate anzubieten, würde für die Betreiber am Ende zu mehr Umsatz und zur weitern Vermarktung von Content führen", ist Wolff überzeugt. Insofern sei die aktuelle Entscheidung der EU-Kommission nur ein kleiner Schritt in Richtung verbraucherfreundlicher Preisgestaltung im Mobilfunk.

Quelle und Kontaktadresse:
DVPT Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e. V. Pressestelle Aliceplatz 10, 63065 Offenbach Telefon: (069) 8297220, Telefax: (069) 82972226

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