Pressemitteilung |

Elektronische Gesundheitskarte: BITKOM begrüßt Eckpunkte der Gesundheitsministerin

(Berlin) – Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) begrüßt nachdrücklich die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Die von Bundesgesundheitsministerin Schmidt vorgestellten „Eckpunkte zur Modernisierung des Gesundheitswesens“ sehen die schrittweise Einführung der elektronischen Gesundheitskarte bis zum 1. Januar 2006 vor. Auf der Karte werden Behandlungen, Überweisungen, Rezepte und Notfalldaten gespeichert und ein höheres Maß an Datenschutz gewährleistet als bisher. Zugleich fordert BITKOM einen umfassenden Ansatz bei der Einführung von neuen Technologien im Gesundheitswesen, um sowohl die medizinische Versorgung zu verbessern als auch die Kosten zu senken.

„Der seit langem angestaute Reformdruck soll jetzt abgebaut werden“, lobt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder die Initiative der Bundesregierung. „Die Gesundheitskarte ist ein exzellenter Einstieg, um Informations- und Kommunikationstechnik auch im Gesundheitswesen konsequent zu nutzen. Sie ist ein äußerer, wenn auch wichtiger Bestandteil eines Gesamtkonzepts. Die politische und gesetzgeberische Umsetzung darf nicht zu kurz greifen“, warnt Rohleder deshalb. Mögliche Qualitäts- und Kostenvorteile im Gesundheitswesen würden erst dann realisiert, wenn alle Elemente einer Gesamtlösung berücksichtigt werden. Dazu gehören geeignete Netzinfrastrukturen, zuverlässige Sicherheitskonzepte und insbesondere ein Architekturplan. „Dieser Architekturplan steht am Beginn jeder Initiative. Er muss als erstes erarbeitet und seine Einhaltung muss verbindlich vorgeschrieben werden“, so Rohleder.

Potenziale neuer Technologien liegen in Deutschland brach

Bei der Einführung neuer Technologien drängt die Zeit, denn Deutschland hat enormen Nachholbedarf. Das zeigt eine internationale Vergleichsstudie des BITKOM. Während es in Großbritannien, Schweden und Finnland zum Beispiel kaum noch eine Arztpraxis ohne Internetanschluss gibt, arbeiten in Deutschland immer noch 55 Prozent aller Allgemeinmediziner völlig offline. Und nur 6 Prozent der deutschen Allgemeinmediziner nutzen den PC für den Austausch von Patientendaten. In den anderen Praxen werden Daten weiterhin von Hand eingegeben und konventionell übermittelt – das ist kostenintensiv und fehleranfällig. Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zusammen mit einem verbindlichen Architekturplan könnte hier schnell Abhilfe schaffen.

Pilotprojekt zur flächendeckenden Einführung der Gesundheitskarte

Bei den Vorbereitungen zur Einführung der Gesundheitskarte unterstützt BITKOM die Bundesregierung. Im Arbeitskreis „E-Health“ haben sich die Anbieter aller wesentlichen Komponenten – von Chipkarten- und Security-Technologien über Softwarelösungen bis zur Netzinfrastruktur – zusammengeschlossen. Sie schlagen vor, im Rahmen eines Pilotprojekts gemeinsam mit Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Kassen die flächendeckende Einführung der Gesundheitskarte und eine durchgehende digitale Datenkommunikation und –bearbeitung zu realisieren. Ein professionelles Projektmanagement, herstellerunabhängige, verpflichtende Standards und eine wissenschaftliche Begleitung für das spätere Roll-Out sollten das Modellprojekt komplettieren.

Die „Eckpunkte zur Modernisierung des Gesundheitswesens“ und eine Übersicht zur PC-Nutzung durch Allgemeinmediziner können im Internet abgerufen werden unter www.bitkom.org, Menüpunkt Presse.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) Albrechtstr. 10 10117 Berlin Telefon: 030/275760 Telefax: 030/27576400

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