Pressemitteilung |

EU-Bericht sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen Einwanderung, Kriminalität und Arbeitslosigkeit

(Brüssel/Berlin) - Ein mit EU-Mitteln geförderter Bericht, der heute veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass kein direkter Zusammenhang zwischen Einwanderung, Kriminalität und Arbeitslosigkeit besteht. Hervorgehoben wird aber, dass eine starke Schattenwirtschaft die Einwanderung begünstigen kann. Dem Bericht zufolge sind Einwanderer tendenziell eher gewillt, geringfügige Beschäftigungen anzunehmen, für die sich EU-Bürger zu schade sind. Gleichzeitig weist der Bericht darauf hin, dass bei nachlassender Einwanderung in Europa ein Mangel an Arbeitskräften auftreten könnte.

„Unwissen ist die Wurzel des Rassismus", erklärte das für Forschung zuständige Kommissionsmitglied Philippe Busquin. „Dieser neue Bericht soll dazu beitragen, dass zukünftige Strategien zur Bewältigung der Einwanderungsproblematik die neuesten Informationen über Probleme von Migranten im heutigen Europa berücksichtigen."

In dem Bericht werden die Ergebnisse von 17 verschiedenen Forschungsprojekten analysiert, die einen aktuellen Eindruck von der Migration und Immigration in Europa vermitteln. In der vorliegenden Studie wurde sowohl die Lage in neuen Einwanderungsländern als auch in Ländern mit einer längeren Einwanderungstradition wie Frankreich, Deutschland und Großbritannien untersucht.

Das Untersuchungsergebnis unterstreicht die Schlüsselrolle nationaler Regierungen bei der Verbesserung der Voraussetzungen für die Einwanderung und die Integration. Ferner wird deutlich, dass die Strategien in diesem Bereich häufig unvorhersehbare und sogar unerwünschte Folgen haben. Ein überzeugendes Beispiel ist der Umstand, dass die Verschärfung der Grenzübergangsbestimmungen dazu geführt hat, dass der Schmuggel zugenommen hat.

Die Regierungsbehörden spielen eine entscheidende Rolle bei der Integration. Der gleichberechtigte Zugang zu Bildung, Fürsorge-, Gesundheits- und anderen Diensten ist eine Grundvoraussetzung, um die soziale Ausgrenzung von Einwanderern zu vermeiden. Allerdings lässt sich die Politik offenbar vielfach von der öffentlichen Meinung beeinflussen. So hat die öffentliche Meinung oftmals politische Maßnahmen behindert, die zu einer besseren Qualität und zum Abbau der Integrationshemmnisse beitragen sollten. Hier spielen Medien und Politiker eine wichtige Rolle, um eine Änderung der Haltung und Einstellung zu erreichen.

Quelle und Kontaktadresse:
Europäische Kommission Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland Unter den Linden 78 10117 Berlin Telefon: 030-22802000 Telefax: 030-22802222

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