Pressemitteilung |

Europäisches Jahr der Behinderten / "Die unsichtbaren Bürger"

(Brüssel/Berlin) - Anna Diamantopoulou, Europäische Kommissarin für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten, spricht am Sonntag, den 26. Januar in Athen bei der Eröffnung des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003. Die gemeinsam von der griechischen Präsidentschaft und der Kommission organisierte Veranstaltung soll dazu dienen, dem Europäischen Jahr gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Gedanke muss Beachtung finden, dass für die 37 Millionen behinderten Menschen in der EU dauerhafte Fortschritte erreicht werden müssen. Dieses Europäische Jahr ist die ehrgeizigste politische Bemühung um gleiche Rechte für behinderte Menschen, die jemals in Europa unternommen wurde.

Anna Diamantopoulou wird darauf deutlich machen, dass "die Mitgliedstaaten nicht genug unternehmen, um den 37 Millionen behinderten Menschen in Europa gleiche Rechte zu verschaffen wie den nichtbehinderten. Gemeint sind Rechte auf Zugang zu einer Beschäftigung, Zugang zu Gebäuden, Zugang zu den neuen Informationstechniken rund um das Internet. Womöglich bestehen diese Rechte bereits auf dem Papier, aber nicht in der Wirklichkeit. Das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderungen muss Ausgangspunkt sein für einen dauerhaften Wandel zu Gunsten unserer "unsichtbaren" Mitbürger".

Das Ziel des Europäischen Jahres besteht darin, die Einsicht zu verbreiten, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf uneingeschränkte Teilnahme am Leben der Gesellschaft haben, am Arbeitsplatz und darüber hinaus. Eine Behinderung ist nicht an sich ein "Problem", sondern der alltägliche Umgang damit.

Schätzungsweise leben 37 Millionen Behinderte in der EU (was dem Siebenfachen der Bevölkerung Dänemarks oder fast dem Vierfachen der Bevölkerung Belgiens entspricht). Zwar stehen vollständige und vergleichbare Daten über Behinderungen nicht zur Verfügung, man geht jedoch davon aus, dass 38 % der behinderten Menschen im Alter von 16-34 Jahren in ganz Europa ein Arbeitseinkommen haben, verglichen mit 64 % der nichtbehinderten Menschen. Zwischen 2 und 3,5 Millionen behinderte Menschen könnten jedoch in die EU-Erwerbsbevölkerung wieder eingegliedert werden. Bei nichtbehinderten Menschen ist die Wahrscheinlichkeit mehr als doppelt so hoch, dass sie eine abgeschlossene Hochschulausbildung haben als bei schwerbehinderten Menschen. 97% der Europäer sind der Ansicht, man sollte mehr unternehmen, um behinderte Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.

Die EU hat eine neue Rechtsvorschrift verabschiedet, mit der alle Formen unmittelbarer oder mittelbarer Diskriminierung von Behinderten am Arbeitsplatz verboten werden. Die Mitgliedstaaten und die Kommission haben beschlossen, dass die Richtlinie bis Ende des Jahr 2003 umgesetzt werden sollte. Ein Schlüsselmerkmal ist die Verpflichtung für alle Unternehmen in der EU, den Bedürfnissen behinderter Angestellter auf "angemessene Weise" zu entsprechen (was zum Beispiel bedeuten könnte, dass sie auf eigene Kosten für Behinderte, die ihre Hände nicht benutzen können, einen sprachgesteuerten Computer zur Verfügung stellen müssen).

Weitere Informationen zum Thema Behinderung finden Sie im Internet unter folgenden Links:

Eurobarometer-Erhebungen zum Thema Behinderung:
http://europa.eu.int/comm/public_opinion

Eurostat-Daten zum Thema Behinderung:
http://europa.eu.int/comm/eurostat

Europäisches Behindertenforum:
http://www.edf-feph.org/

Fotos aus der Mediathek: http://europa.eu.int/comm/mediatheque/photo/select/yearhdcp_en.htm

Weitere Informationen:
http://europa.eu.int/comm/employment_social/intcoop/index_en.htm

http://europa.eu.int/comm/employment_social/fundamental_rights/index_en.htm

Quelle und Kontaktadresse:
Europäische Kommission Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland Unter den Linden 78 10117 Berlin Telefon: 030-22802000 Telefax: 030-22802222

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