Fachtagung Marketing des VFF: "Keine Krise in der Energieeffizienz" / Die Fenster zum Markt stehen weit offen
(Frankfurt am Main) - Moderne Gebäudeautomation "Made in Germany", Mehrwertstrategie oder Internetmarketing: Auch in der Krise kann man mit Fenstern und Fassaden erfolgreich bestehen. Dies war der gemeinsame Nenner der Vorträge auf der Fachtagung Marketing des Verbands der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. am 17. März in Frankfurt. Im Zentrum stand die Frage, wie hochwertige und technisch anspruchsvolle Produkte vermarktet werden. "Gerade in Zeiten der Krise ist das Thema Energiesparen und Energieeffizienz dringender denn je. Hier bieten sich den Fenster- und Fassadenbauern große Potentiale. Allerdings reicht es nicht, erstklassige Produkte anzubieten. Heute gewinnt der, der es versteht, mit dem Kopf des Kunden zu denken", erklärte Ulrich Tschorn, der Geschäftsführer des VFF.
Gebäudeautomation als "Rundum-Sorglospaket"
Komfort, Sicherheit und energetische Effizienz sind die Vorteile moderner Haustechnik. Allein mit der Optimierung der Lüftung kann man 60 Prozent Energie sparen. Die Technik ist vorhanden, der Markt wird aber noch nicht genutzt. Um mit moderner Gebäudeautomation die Zukunft zu gestalten, ist eine branchen- und gewerkeübergreifende Vernetzung notwendig. Dies war die These und die Forderung des Vortrags "Netze mit Nutzen" von Petra Hautau und Udo Diesmann von der Hautau GmbH. Ihre Vision lautet: mit Gebäudeautomation ein "Rundum-Sorglospaket für die Kunden" zu realisieren. Ihre praktischen Vorschläge reichen von interdisziplinären Arbeitskreisen über eine bessere Schulung bis zu einer Messe zum Thema Gebäudeautomation. Vom Technischen Ausschuss des VFF wird zu diesem Thema der Arbeitskreis "Lüftung und Luftdichtheit" wieder neu aufgestellt.
Mit einer Mehrwertstrategie höhere Preise durchsetzen
Wie man mit einer Mehrwertstrategie höhere Preise durchsetzen kann, erläuterte der Unternehmensberater Dr. Ernst Schneider. Seine zwölf "Wegweiser" gingen von der These aus "Wer Angst vor seinen eigenen Preisen hat, teilt dies verbal oder nonverbal seinem Kunden mit." Wer allerdings lernt zu begreifen, was das Produkt dem Kunden wert ist, wie man mit Preiseinwänden umgeht und welchen Zusatznutzen man dem Kunden bieten kann, der kann auf Dauer höhere Preise durchsetzen. Denn, so fasste Dr. Schneider seine Überlegungen zusammen: "Nicht der Stärkste, sondern der Kreative überlebt".
Große Chancen kreativer Vermarktung bietet auch das Internet, wie Christoph Windscheif vom HDH verdeutlichte. Mit geschickter Strategie lassen sich Suchmaschinen wie "Google" auch zur Werbung nutzen. Und die modernen Netzwerke der Internet-Communities und andere Angebote des Web 2.0 kann man auch mit wenig Aufwand für das Empfehlungsmanagement nutzen.
Integriertes Marketing am Beispiel Lotuseffekt
Wie immer wurde auf der Fachtagung auch ein Blick über den Tellerrand geworfen. Ulrich Geisel zeigte, wie die Sto Gruppe mit integrierten Marketingkampagnen den Nutzen ihrer Produkte erlebbar macht. Das Unternehmen vertreibt insbesondere Produkte zur Außendämmung und zum Verputzen. Integriertes Marketing heißt bei Sto vor allem, dem Kunden vor Ort die Produktvorteile durch Muster zu demonstrieren. Geisel führte dies unter anderem an dem faszinierenden Lotuseffekt vor, den sein Unternehmen als erstes für die Außenfassade nutzt. "Der Schmutz perlt mit dem Regen ab" lautet die Botschaft zu dieser Entwicklung aus der Bionik.
Standards wie Minergie markenrechtlich schützen
Zum Abschluss der Tagung erläuterte Franz Beyeler den schweizerischen Gebäudestandard Minergie und die Chancen, die er Fenster- und Fassadenherstellern bietet. Minergie ist ein Energiestandard für Niedrigenergiehäuser und in vielem vergleichbar mit dem deutschen Passivhausstandard. Im Gegensatz zu diesem ist der Minergiestandard aber markenrechtlich weltweit geschützt. In der Schweiz ist Minergie schon ein Erfolgskonzept. So werden für Minergie-Gebäude aufgrund ihrer hohen energetischen und qualitativen Anforderungen günstigere Hypotheken als für normale Gebäude gewährt.
Stimmen der Teilnehmer
"Allein schon der Erfahrungsaustausch ist für mich ein Grund, die Fachtagungen Marketing zu besuchen", erklärte Rolf Däubel, Geschäftsführer der al bohn Fenster-Systeme GmbH. "Besonders der Vortrag von Dr. Schneider hat mich fasziniert. Er trifft den Kern. Denn wir haben Chancen ohne Ende. Wir müssen nur was daraus machen." Michael Nüßgen, Geschäftsführer von Reckendrees Fenster und Türen GmbH, verwies auf das Beispiel von Sto: "Hier steht konsequent die Marke im Vordergrund. So kann man Preisstabilität über Forschung und Entwicklung sichern." Und Hermann Lueg, Mitglied der Geschäftsleitung Vertrieb Deutschland-Nord von der VBH, der zum ersten Mal an einer VFF-Veranstaltung teilnahm, meinte nach der Fachtagung: "Die Marketingveranstaltung war sehr aktuell und informativ. Es hat sich für mich gelohnt, hierhin zu kommen, und ich kann nur jedem empfehlen, die VFF Veranstaltungen zu besuchen."
Den Teilnehmern der Veranstaltung werden die Vorträge zugesandt. Weitere Interessenten an den Vortragstexten und zukünftigen VFF-Veranstaltungen wenden sich an die Geschäftsstelle des Verbandes unter vff@window.de.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Fenster- und Fassadenhersteller e.V. (VFF)
Pressestelle
Walter-Kolb-Str. 1-7, 60594 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 955054-0, Telefax: (069) 955054-11
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