Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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NABU begrüßt Bundesförderung für Waldwildnis im Südharz

(Stollberg) - Der NABU begrüßt die Unterstützung des Bundes für das Projekt „KlimaWildnis-Fläche bei Stolberg im Harz“. Bei einem Besuch der Projektflächen bei Stolberg im Südharz (Sachsen-Anhalt) übergab Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) im Beisein von Sachsen-Anhalts Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD) am heutigen Freitag eine Förderurkunde an die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

Mit den Mitteln aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) konnten rund 1.000 Hektar ökologisch wertvoller Waldflächen erworben werden. Ziel ist es, bedeutsame Waldlebensräume dauerhaft zu sichern, natürliche Entwicklungsprozesse zu ermöglichen und somit den Klimaschutz zu stärken.

Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe sagt: „Mit der KlimaWildnis-Fläche bei Stolberg schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass sich auf sehr großen zusammenhängenden Waldflächen wieder dauerhaft natürliche Prozesse entfalten können. Davon profitieren bedrohte Arten wie Luchs, Bechsteinfledermaus oder Raufußkauz ebenso wie Klima, Wasserhaushalt und die Menschen in der Region. Dass der Bund dieses Vorhaben unterstützt, ist ein starkes Signal für den langfristigen Schutz unseres Klimas und unseres Naturerbes.“

Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Heiße und trockene Sommer, wie wir sie aufgrund des Klimawandels immer häufiger erleben, sind eine große Belastung für Mensch und Natur. Dabei kann uns die Natur selbst helfen, wenn wir sie lassen: Hier im Südharz bieten große Buchenwaldflächen die Möglichkeit, dass sich Natur in einem einzigartigen, zusammenhängenden naturnahen Lebensraum ungestört entfalten und entwickeln kann. Naturnahe Laub- und Mischwälder sind nicht nur ein natürlicher Lebensraum für zahlreiche Arten, sondern auch ein wunderschöner Erlebnisraum für die Menschen vor Ort und die Gäste in der Region. Außerdem sorgen sie gerade wie jetzt im Sommer für ein angenehmes Klima und kühlen die Umgebung. Sie speichern große Mengen an Wasser und Kohlenstoff und auch das Risiko von Waldbränden ist geringer als in Nadelholz-Reinbeständen. Damit ist die Förderung der Wildnisfläche Stolberg auch ein Beispiel, wie wir unsere Wälder resilienter gegen die Auswirkungen des Klimawandels machen können.“

Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann erklärte: „Im Harz ist der fortschreitende Klimawandel vielerorts gleich auf den ersten Blick sichtbar. Weiträumig sind Fichten durch Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer abgestorben, auf den Kahlflächen wächst inzwischen langsam Mischwald nach. Für einen klimaresilienteren Harz sind Projekte wie das vom Bund geförderte Vorhaben im Südharz daher sehr wertvoll. Geschützte, ökologisch wertvolle Waldflächen tragen zudem zum Erhalt der Artenvielfalt bei.“

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung widerstandsfähiger und leistungsfähiger naturnaher Waldökosysteme. Durch die dauerhafte Sicherung der Flächen für die Natur können sich die Wälder künftig ohne forstwirtschaftliche Nutzung entwickeln. Davon profitieren zahlreiche seltene und gefährdete Tier-, Pflanzen- und Pilzarten.

Zugleich stärken intakte Waldökosysteme den natürlichen Klimaschutz, indem sie Kohlenstoff in Boden und Holzmasse speichern, den Wasserhaushalt stabilisieren und die Landschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels machen. Die Naturentwicklung und die kühlende Klimawirkung des Waldes lassen sich für Besuchende über diverse Wanderwege erleben. Die KlimaWildnis-Fläche bei Stolberg kann somit für einen sanften Naturtourismus in der Region genutzt werden. Das Wegenetz bleibt für erholungssuchende Waldbesucher zugänglich, so dass die Schönheit des künftigen Naturwaldes erlebt werden kann.

Mit der Förderung setzen der Bund und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe ihre Zusammenarbeit zum Schutz und zur Wiederherstellung wertvoller Naturflächen fort. Das Projekt „KlimaWildnis-Fläche bei Stolberg im Harz“ ist ein wichtiger Baustein für den Erhalt des Naturerbes und zeigt, wie die Wiederherstellung naturnaher Lebensräume und der natürliche Klimaschutz praktisch Hand in Hand umgesetzt werden können. Die laufenden Kosten des Gebietes werden künftig von der NABU-Stiftung getragen.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Charitéstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 284 984-0

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